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Datum Lesung Ort
23.12.17 http://kneipenlesung.de/index.php/lesung/draussen-nur-taennchen-im-cafe-roehren-am-samstag-23-dezember-2017/ Kneipenlesung in

Draußen nur Tännchen

Café Röhren
Zeit: 20:00. Eintritt: frei. Adresse: Mühlenstr. 10. Kontakt: (0 52 51) 2 20 98.
Tannenbaum, Weihnachten, Schneefallgrenze, Saufen

Ankündigungstext

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Dichtkram des Monats

Wie Eckermann einmal Goethe hülfreich zur Hand gehen zu müssen glaubte und dafür ganz unerwartheten Lohn empfing

Goethe fing zu meckern an:
„Mein lieber, guter Eckermann,
wie geht denn hier der Wecker an?
Da ist ja gar kein Stecker dran!“

Drauf Eckermann zu Goethe:
„Mensch Goethe, biste blöthe?
Das Ding, das ist mechanisch.
Denn Strom, den gibt’s noch gar nisch!

Du musst nur hier am Rädchen drehn,
lässt ihn dann dort am Bettchen stehn,
und just zur Mörgenröthe
schallt ’s hier aus dieser Tröthe!

– bzw. Klingel! – Oder auch Schelle!“

Schallend war daraufhin die Backpfeife, die sich Eckermann ob seiner gänzlich unerwartheten und seinem Wesen eigentlich auch völlig fremden Besserwisserei einfing.
„Und? Was lernen wir daraus?“ grantelte der Dichterfürst, während sein Adlatus sich schuldbewusst die Wange rieb.
„Dass sich die Wange röthet, wenn Ihr mir eine löthet?“ stammelte Eckermann verunsichert.
„Das auch.“ brummte der Geheimrat schon etwas nachsichtiger, „Aber vor allem:
Hier darf nur einer, Goethe, dichten! Und Eckermann vielleicht berichten.
Haben wir uns verstanden?
Gut!“

Und so berichtete Eckermann in „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ dann auch ganz artig über dieses, jenes und solches. Nur eine peinliche kleine Anekdote hat er uns verständlicherweise vorenthalten wollen. Und wenn ich nicht zufällig im Nebenzimmer gelauscht hätte: Es wäre ihm sogar geglückt.

Dichtkram des Monats

Besser, ich sage, was ich denke, wenn ich sehe, dass ich spreche,
als zu wissen, was ich, wenn ich denke, sehe, dass ich tu.
(Oswald Egger)

Doch zu glauben, dass ich wüsste, wenn ich tue, was ich sage,
dass ich spreche, weil ich sehe, dass ich denke, wäre dumm.
Und zu tun, als ob ich dächte, wenn ich sehe, dass ich spreche,
wäre, wenn ich wüsste, was ich sage, dümmer als gedacht.
Deshalb denke ich, ich sehe, was ich sage, wenn ich spreche,
und ich schreibe, was ich tue, weil ich weiß, dass ich es seh‘.
Und das läuft darauf hinaus, dass ich tute, wenn ich blase,
wie ich blase, wenn ich tute: und das macht dann ganz viel Wind.
Doch es ist auch durchaus möglich, dass ich schlichtweg nicht verstehe, was ich immer wieder lese, immer noch und noch einmal.

Mitmachlesung Nachlese

Eine schöne Mitmachlesung, es hat sehr viel Spaß gemacht unser Publikum lesen zu hören. Anbei die Setlist mit Links zum weiterklicken…

Autor Titel
1.1 Daisy Höcker Auto und Unentschieden
1.2 Kristin Fieseler Strukturformel
1.3 Corinna Anhalt Auf der Bühne
2.1 Georg Lorenz Pauls Vater berichtet
2.2 Uwe Stephan Über eine beliebte Jahreszeit
2.3 Joachim Schwarzmann Zu einem Satz von Oswald Egger
2.4 Mathias Rooch Botschaften deiner Seele
2.5 Ulrich Pietsch Die Beratung aus Tausendundeiner Nacht
3.1 Stefan Freise Flut – Remix
3.2 Helga Uffelmann Raumforderung
3.3 Werner Roth Homöopathische Nachwehen
3.4 Sandra Freise Zieh mich aus

…und natürlich Fotos mit allen Leserinnen und Lesern!

MitmachlesungEins

Mitmachlesung Zwei