Archiv für Oktober 2010


Fernöstlicher Goethe

26. Oktober 2010 - 22:00 Uhr

Lyrik machen - jedenfalls leidlich einprägsame - wird ja nicht allein wegen der im Deutschen im Vergleich zu einigen Nachbarsprachen doch recht begrenzten Reimmöglichkeiten als schwierig empfunden. Schließlich ist man ja nicht allein dem Reimzwang unterworfen. Und auch ein einwandfrei gedrechselter Rhythmus macht ein Gedicht allenfalls stolperfrei. Oft ist leiderleider lediglich wegen eines oder zweier Wörter alles für die Katz: klingt blöd, geschraubt, schwingt nicht richtig - ab in die Schublade. Und von da dann irgendwann in den Nachlass, sprich: Müll.
Trist zwar. Tröstlich aber doch, dass es auch einem Goethe oftmals nicht anders erging:
Schauen wir, beispielsweise, zurück ins Jahr 1780. Es ist der 6. September, eine Jagdhütte auf dem Kickelhahn, darinnen – murmelnd auf die Hüttenwand Bleistift schreibend – Goethe:

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vöglein schweigen im Wald.
Warte nur, bald
Ruhest du auch.

Hm, dachte der Dichterfürst den Kopf wiegend, nicht schlecht.
Nicht schlecht, nett geleimt, sprach ihm da plötzlich jemand in den Rücken.
Abel auch nicht gut. Viel zu lang fül Haiku. Schwingt auch nicht lichtich!
Goethe schaute sich verdutzt um. Wer wagte da… Was? Ein Japaner?? – Auf dem Kickelhahn! Wie in aller Welt kam der hier…
Sie müssen mehl “E”s einstleuen. “Die Vögelein schweigen im Walde”: das hat viel mehl “smooth” wie die Engländel sagen.
Goethe schaute wieder zurück auf die Hüttenwand, sprachlos.
Richtig, ging es ihm auf. Aber…
“Balde”? Dann müsste ich ja in der nächsten Zeile auch “balde”…
Dichteliche Fleiheit!, sagte da der kleine Japaner, “balde” ist natüllich Quatsch! Abel “Dichteliche Fleiheit!” Sie sind doch Dichtel. Odel?
Perplex schaute Goethe wieder auf das Männlein. Was hatte der eigentlich für ein komisches Dings um den Hals hängen?
So, jetzt muss ich abel wiedel zu meinel Leisegluppe!
Sprach’s und verschwand, nicht ohne noch schnell drei, vier Aquarelle geschossen zu haben (wir befinden uns ja im 18. Jahrhundert!), aus der Hütte wie er gekommen war.
Tja, und so heißt es seither

Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Was höre ich da die Goethianer nölen? Unsinn? Alberner Humbug?
Soso!
Dann mögen sie doch einfach mal versuchen, die Situation 1780 auf dem Kickelhahn nachzuvollziehen, Goethe mit dem Japaner in der Jagdhütte, sich also vom “Google Übersetzer” den Satz “Die Vögelein schweigen im Walde.” ins Japanische übersetzen zu lassen:
森の中の鳥。
Und gleich wieder zurück ins Deutsche:
Vögel im Wald.
Kein Japaner hätte sich die Mühe gegeben helfend einzugreifen, sondern nachsichtig lächelnd innerlich abgewunken.

Nun aber ab ins Japanische mit “Die Vöglein schweigen im Wald.”:
鳥は森の中沈黙している。
Und was, meint der “Google Übersetzer”, heißt das auf Deutsch?
Die Vögelein schweigen im Walde.

証明されるようになったか

Kommentieren » | Dies und das

Florian spielt Klassikgitarre: Konzert 30. Oktober

8. Oktober 2010 - 10:27 Uhr

hallo,

am samstag den 30. oktober um 20 uhr spiele ich mein klassisches solo-gitarrenprogramm im cafe alte schule in schloß hamborn (www.cafe-schloss-hamborn.de). das programm reicht von miguel llobet (südamerikanische klassik) über roland dyens und carlo domeniconi (moderne klassik) bis hin zu michael langer und eric clapton (fingerstyle und pop). eintritt: 8 euro / 5 euro.

ihr seid herzlich eingeladen!

http://heft.de/veranstaltungsdetails.php?id=13228

Kommentieren » | Dies und das

Bandname gesucht!!!

4. Oktober 2010 - 17:22 Uhr

Wie schon bei der letzten Lesung angekündigt ist die Kneipenlesungsmucke dabei es auch einmal auf eigenen Beinen zu versuchen. Einen Gig hat es schon gegeben, verstärkt und mit voller Power der legendären Bluesband U.S.E.D., rockten wir bis der Herrgott uns den Strom abschaltete. Scheinbar ist doch allzu Lästerliches im Programm, die Power zu groß, niemand weiß es – doch bevor wir uns nun  im Frühling mit einem vollen Programm in das Lenz trauen, brauchen wir natürlich einen Namen für das Konzept, was ja schon seit Jahren bei den Lesungen bekannt geworden ist:

Vielleicht hat ja eine/r von euch eine zündende Idee und ist bereit, sie hier als Komentar abzulassen – wir sind gespannt, eure  Fritz,  Senny, Achim und Karin

5 Kommentare » | Dies und das

Achtung Werbung für andere !!!!

4. Oktober 2010 - 17:12 Uhr

VERANSTALTUNGEN

Samstag, 09.10.2010, 20.00 Uhr, Kulturwerkstatt Paderborn
Ein Abend mit Huis Clos und Zabrinsky
-lachhafte Clowns treffen exzellente Musiker-

Seit einigen Jahren spielen Huis Clos ihre Stücke im Rahmen der Paderborner Variete Nächte, oft und immer wieder gern, live begleitet von den genialen Paderborner Musikern der Band Zabrinsky.
In diesem Jahr ist es soweit, Huis Clos präsentieren ihre alten “Klassiker” und einige neue Stücke in einem kompletten Abendprogramm!

Mit viel Witz, Charme und Können werden Alf Neuber und Niko Dembowski in ihre Rollen zur namensgebenden Nummer “hinter verschlossenen Türen”, zur Kochshow, im Bahnabteil und natürlich auch als schwimmende Cowboys schlüpfen. Auch ein Ballon wird eine buchstäblich größere Rolle spielen, vielleicht gibt es sogar eine Jonglagenummer ohne viel Jonglage und und und

Zabrinsky setzt die Clownerie von Huis Clos musikalisch in Szene, bildet die musikalische Basis vieler Nummern und sorgt obendrein noch für die i- Tüpfelchen in vielen Szenen.

Als Gäste wirken die Unbewegten Beweger mit. Mit ihrer revolutionären Methode der vokalmusikalischen Betrachtung bringen sie Licht ins philosophische Dunkel. Falls Sie sich selbst noch nicht gefunden haben sollten – Die Unbewegten Beweger zeigen Ihnen den Weg zu Ihrer inneren Mitte! Lernen Sie, zu vertrauen, denn Glauben ist besser als Wissen!

Karten zum Preis von 12 Euro / 8 Euro sind ab dem 06.09.2010 bei Ticket Direct, Königstr. 62 in Paderborn erhältlich.

Kommentieren » | Dies und das