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Dreiphrasenhamster-dichtkram

Wein, Weib und Gesang

Der Gott fiel ab-so-lut nichts ein. –
So mehr aus Zufall schuf sie Wein.
Den schraubte sie sich erst mal rein

und, einfach so, zum Zeitvertreib
erschuf sie leicht beschwipst das Weib
– mit wirklich wohlgeformtem Leib.

Nun fehlte ihr nur noch Gesang,
worauf sogleich Sopran erklang.
Wie schön! Doch dann der Niedergang:

Hätt‘ sie doch bloß gesagt: Vollbracht!
Doch nein: Gott hat den Mann erdacht,
den Mann, der ihr nun streitig macht,

was ihr in ihrem Schöpferdrang
schon echt dreifaltig gut gelang:
Den Wein, das Weib und den Gesang.

Eine alte Anekdote aus der Gaststätte Lenz…

…kolportiert von Horst Bures persönlich, seinerzeit, von Ohrenzeugen weitergegeben, aufgeschnappt und aufgeschrieben von Georg Lorenz.

Becker an der Theke

Ich hab das nur gehört, aber es ist wirklich wahr gewesen, von verschiedenen Seiten, mehrfach hab ich das gehört, … da hat einer seine ganze Sache ausgepackt.

Und da frage ich mich, wie kommt jemand dazu, so etwas zu tun, also alles was er in der Hose hat auszupacken und auf die Theke zu legen.

Jaja, in `ner Kneipe war das, in `ner richtigen öffentlichen Kneipe, in der Domstadt, also hier ganz in der Nähe, wir sitzen quasi mitten drin in dieser Domstadt,

da ist das passiert, auf `nem Sonntagabend,… vielleicht,… vielleicht aber auch auf einem Samstag, das kam beim Hörensagen nicht so richtig raus,

nur das alles rauskam, das kam raus und landete auf der Theke,

… das ist schon wahr gewesen.

Es waren übrigens nicht die Hosentaschen, die er ausgepackt hat, da war eh nichts mehr drin, alles versoffen.

Der Mann war nämlich sturzbetrunken ,… ja, ein Mann war das, eine Frau kann das ja nicht gewesen sein, an der Stelle ist ja nix in `ner Hose… was man auf den Tresen legen könnte.

Nun ja, … als es dann da lag, so alles was vorher noch hinter der Stalltür war, …

also Stalltür auf und raus mit dem Geschmeiß auf den Tresen…

Wobei, so einfach war das wohl auch wieder nicht, soll nicht so groß gewesen sein der Mann, hab ich gehört, brauchte wohl einen Hocker, nicht weil seiner klein war, sondern weil er klein war…

die Kleinsten haben ja oft die Größten hab ich auch mal gehört…

jedenfalls, da läuft dem Wirt das Bierglas über, weil er den Hahn nicht mehr zugedreht kricht,… motorischer Stillstand, weil er auf das starren musste, was da auf seinem Tresen liegt, ohne Bierdeckel drunter, und weil er nicht glauben konnte, was er sah, und das Bier floss ihm über die Hände und einer rief noch „Dreh`n die hier `nen Film?“ und ein anderer schließlich „Hooorst, das Glas ist voll!“

Da kam der Wirt wieder zu sich, und drehte den Hahn zu, stellte das Bier ab und wandte sich ganz professionell an den Mann und sagte in einem Ton, dem man nur gehorchen kann, */* so ein Ton, den kann ich gar nicht wiedergeben, sagte er: „Hr. Becker, du packst jetzt alles ein, was zu dir gehört, und dann machst du die Tür von außen zu, für immer! Raus hier!“

Ja,… und da war der Spuk vorbei und die Sitte wieder hergestellt, in der Domstadt, obwohl, die war ja nur für einen winzigen Augenblick in Gefahr, wegen dem beherzten Wirt.

So hab ich das gehört, und aufgeschrieben und ihr wisst jetzt auch Bescheid.

Programmhinweis: 2.10.2019 – Hör uns zu – Kulturwerkstatt

Rock-trifft-Slam-trifft-Poesie

Ein spannendes Veranstaltungsformat geht in die dritte Auflage: Poetry-Slammer, Kneipenleser und die Paderborner Deutsch-Rock-Pop-Band „Deutsche Botschaft“ sagen wieder „Hör uns zu“. Wer Worte mag, wird das hier lieben – ein Abend zum Zuhören (vor dem Tag der Deutschen Einheit) mit bunt gemischten Texten und Songs aus Paderborn. Zugesagt haben schon die Poetry-Slammerin Eva Dreier und die Kneipenleser Georg Lorenz und Joachim Schwarzmann. Weitere interessante Wortkünstler sollen noch dazukommen und die Paderborner Rock-Pop-Band „Deutsche Botschaft“ wird mit alten und neuen Songs den musikalischen Rahmen liefern.

Deutsche Botschaft
Kulturwerkstatt

 

Gedanach – Od Bosne do Pade

Musik und Lesung
Samstag, 9. Februar 2019 20:00 Uhr, Einlass 19:30
Deelenhaus, Krämerstr. 8-1 0, 33098 Paderborn

Danijela Granic (Gesang), aus Sarajevo, präsentiert mit ihrer Band „Gedanach“ Musik vom
Balkan, die von Triglav bis Dervdelija gespielt wurde. Sie interpretiert diese Musik, die sie von Kindesbeinen an im Blut hat, ausdrucksstark, melancholisch und humorvoll. Begleitet wird sie von Joachim Schwarzmann (Gitarre), Georg Lorenz (Akkordeon) und Wilhelm Humbert (Perkussion). Fachwelterschütternde Beiträge über die Erfindung abendländischer Musik und Gott auf dem Balkan runden das Konzert ab.
Eintritt: Ein Hut wird gereicht.