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Liedkram des Monats

„Jedes Hindernis bringt sie ein Stück weiter.“ (Mercedes-Werbespruch, 2015)
„Jedes Limit ist für ihn nur eine Etappe.“ (Mercedes-Werbespruch, 2015)

„Nur durch Perfektion kannst du Grenzen überschreiten“
(Jürgen Klopp, für Philips-Rasierer der Jürgen Klopp WM Edition, 2014)

Nur durch Perfektion

Hätte Feyine nur ein wenig Perfektion an den Tag gelegt,
dann hätte sie die Grenzen überwunden
und könnte sich seit Stunden schon
im Bad eines schicken Asylantenheims die Beine glattrasier’n.

Hätte, hätte, Fahrradkette,
dabei ist sie so ’ne Nette,
doch sie hat ’s nun mal verbockt,
weshalb sie im Lager hockt.

Hätte Ayana nur ein wenig Perfektion walten lassen,
ja, dann hätte sie die Grenzen überschritten
und könnte sich inmitten
der erstaunten Asylbewerberinnenschaft die Beine glattrasier’n.

Hätte, hätte, Fahrradkette,
dabei war sie so ’ne Nette,
doch ihr fehlte halt der Biss,
weshalb sie ertrunken ist.

Was nützt Tizita nur die ganze Perfektion, die ihr zu eigen war:
sie ließ zwar alle Grenzen hinter sich,
doch einen Vorstandsjob bei Philips kriegt sie nicht.
Oder doch?
Dann freu ich mich ’n Loch
in ’n Bauch!
Und sie auch!

Liedkram des Monats

Aus der Auftragskillerei

Aus der Auftragskillerei
kommt der Killer gleich vorbei.
Und mit seinem Colt
macht er ungewollt
eine riesengroße Sauerei.
Aus der Auftragskillerei,
aus der Auftragskillerei.

Rotwein und Strychnin verrühren:
Wird das Opfer es probieren?
Gleich beißt es vollgas
in Gras!

Bitte mal zur Seite treten.
Denn wir brauchen Platz zum töten.
Kräftig zugedrückt:
erstickt!

Aus der Auftragskillerei…

Werden die, die wir erstechen,
Opfer unserer Verbrechen,
sind sie sicher bald
ganz kalt.

Wo ist nur der Colt geblieben
die Bazooka, die wir lieben?
Und schon schwimmt ein Hut
in Blut.

Aus der Auftragskillerei…

Lasst uns jetzt das Opfer packen
und ihm alle Knocken knacken
Schlagt die Axt hinein
ins Bein!

Allerspätestens bis morgen
müssen wir es dann entsorgen.
Ab ins Säurefass:
viel Spaß!

Aus der Auftragskillerei…

Dichtkram des Monats

Preiswürdig

Blau ist der Stift,
weiß ist das Blatt.
Am Schreibtisch: Friedrich Dürrenmatt.

Weiß ist das Blatt,
blau ist der Stift
und Dürrenmatt total bekifft.

Der Stift ist blau,
das Blatt ist weiß.
Herr Dürrenmatt schreibt „Kackascheiß“.

Das Blatt ist weiß,
der Stift ist blau.
„Mensch, Dürrenmatt, Sie alte Sau!“

„Wieso denn Sau?“
„Was soll der Scheiß?“
„Ich bin nicht blau!“ „Ich weiß, ich weiß,

Herr Dürrenmatt,
Sie sind bekifft!
„Ich wüsst’ nicht, was das Sie betrifft.“

„Mich nicht betrifft?
Herr Dürrenmatt!“
„Na gut, ich sag es mal ganz platt:

Mit diesem Blatt,
jetzt ohne Scheiß,
hol ich den Georg-Büchner-Preis.“

(…den Dürrenmatt
an meiner statt
dann schließlich auch bekommen hat.)

Dichtkram des Monats

Mir ist, als hört‘ ich Stimmen,
von Ferne erst, ganz schwach
und leis wie Kienspanglimmen,
als wär ich halb nur wach,

ein Wispern, Seufzen, Raunen,
halb Drängen und halb Fleh’n,
bald Rufen, Schrei’n, Posaunen –
jetzt kann ich es versteh’n:

Ich sei, auf den man zählte!
Der Eine, Auserwählte!
Ich bin doch wohl nicht krank?

Mir wird etwas befohlen:
„Ey, Achim, Kaffee holen!“
Mein Chef nur, Gott sei Dank!