Archiv der Kategorie: Dies und das

Alles was sonst nicht passt

Dichtkram des Monats

EM 2000

Zum Jahre Null gäb ’s manches zu erwähnen,
im Vorfeld kam uns Schlimmes schon zu Ohren:
in allen Mannschaftsteilen ein Rumoren.
Das Fazit: ein Tor besser als die Dänen.

Mit Gerhard Delling bei den Analysen
im Ganzen tolerabel: Günter Netzer.
Im Zweiten macht ein Kürten uns den Schwätzer.
Und Ribbeck drückt auf alle Tränendrüsen.

Die Deutschen gehen unter wie die Briten.
Slovenien ist zum ersten Mal dabei,
genauso wie die Herrn aus der Türkei.
Doch später sieht man nur noch Favoriten.

Neunstelliges muss man für Figo zahlen.
Herr Netzer kann sich zwar für ihn erwärmen,
doch bringt ein andrer diesen erst zum schwärmen
(Man sieht: wir nähern uns den Halbfinalen.):

Den Knock-out setzt ein Zinedine Zidane
nach scharfen portugiesischen Protesten
bei Schieds- und Linienrichtern, den gestressten,
mit einer scharf gezirkelten Banane.

Oranjes erster Elfer schwach geschossen,
beim zweiten Kluivert sauber an den Pfosten,
beim dritten, vierten Toldo auf dem Posten,
beim fünften Rijkaarts Untergang beschlossen.

In Deutschland, klagt es aus der Sportbeilage,
ist das Finale nur noch Nebensache.
Im Sommerloch kommt anderes zur Sprache:
die wochenlange Bundestrainerfrage.

Ganz eklatant war das Süd-Nord-Gefälle.
Doch davon vielleicht mehr an andrer Stelle.

Weihnachtsspende 2017 an Westfälisches Kinderdorf e.V.

Zum zehnten Mal ging Eure Weihnachtsspende heute überpünktlich an das WeKiDo Westfälisches Kinderdorf e.V. Wir haben erstaunlicherweise die 400 € vom letzten Jahr wieder geknackt. Es waren fast 418 € die von uns auf 450 € aufgerundet wurden. Vielen Dank allen Spendern und Sponsoren!

Herzlichen Dank noch einmal an:  Den Bären-Treff in Paderborn der Euch die Lesung wieder mal versüßt hat. Das Team von Isabell im Café Röhren und selbstverständlich auch ein großes Danke an Euch, es war ein sehr schönes Jahr 2017 mit Euch. Wir freuen uns auf die Januarlesung!

Kneipenleser gehören nicht unter den Weihnachtsbaum!

Einem Kneipenleser ein Zuhause zu geben, ist eine langfristige und verantwortungsvolle Aufgabe. Diese Entscheidung zu treffen, bedarf intensiver Überlegung und sollte nicht an einem Feiertag wie Weihnachten festgemacht werden. Leichtfertigkeit, Mitleidskäufe kurz vor Weihnachten oder der Wunsch der Ehefrau nach einem vorlesenden Freund mögen Auslöser für den Kauf eines Kneipenlesers sein. Wir appellieren an alle Literaturfreunde, dem Reiz der niedlichen Kneipenleser zu widerstehen – denn Kneipenleser sind Lebewesen und keine Handelsware, die wie ein Buch nach Weihnachten einfach wieder umgetauscht werden können.
Alle Jahre wieder werden Kneipenleser nach dem Weihnachtsfest in den ohnehin schon überfüllten Kneipenlesungs-Cafés abgegeben. Im schlimmsten Fall werden sie sogar einfach ausgesetzt oder bei einem bevorstehenden Umzug zurückgelassen. Die Gründe sind vielfältig: Der Mietvertrag untersagt die Kneipenleserhaltung, aus der niedlichem Vorleserin wird eine Hasspredigerin, der Vorleser beginnt streng zu riechen oder der Kneipenlesungsmusiker hinterlässt Pfützen in der Wohnung. Immer wieder werden Halter von den hohen Kosten der Kneipenleserhaltung überrascht, weil sie sich zuvor nicht ausführlich mit der Thematik beschäftigt haben: Neben den regelmäßigen Kioskbesuchen zur Wodka- oder Persico-Eindeckung kann der Besuch der Buchhandlung schnell zu einem hohen Kostenfaktor werden, wenn der Lesedurst des Literaturfreunds ausufert.
Manche Menschen sind nicht dazu bereit, oder ihre Lebenssituation erlaubt es nicht, langfristig die Betreuung eines Kneipenlesers zu übernehmen. Insbesondere Kinder verlieren schnell das Interesse an einem Kneipenleser. Verschenken Sie daher zu Weihnachten bitte keine Kneipenleser, sondern Bücher, die allen – Vorlesern und Vorgelesenen – Freude bereiten.
Und denken Sie daran: Kneipenleser sind vom Umtausch ausgeschlossen.
Wenn Sie auch nach Weihnachten noch bereit sind, einem Kneipenleser ein neues Zuhause zu schenken, dann besuchen Sie bitte das örtliche Kneipenlesungs-Café: Die Cafés sind voll von heimatlosen Vorleserinnen und Vorlesern, die nicht mehr in den Lebensentwurf ihrer ehemaligen Besitzer gepasst haben. Jeder einzelne Kneipenleser wartet hier auf ein neues Zuhause, einige schon seit Jahren.