Archiv der Kategorie: Dies und das

Alles was sonst nicht passt

Weihnachtsspende 2017 an Westfälisches Kinderdorf e.V.

Zum zehnten Mal ging Eure Weihnachtsspende heute überpünktlich an das WeKiDo Westfälisches Kinderdorf e.V. Wir haben erstaunlicherweise die 400 € vom letzten Jahr wieder geknackt. Es waren fast 418 € die von uns auf 450 € aufgerundet wurden. Vielen Dank allen Spendern und Sponsoren!

Herzlichen Dank noch einmal an:  Den Bären-Treff in Paderborn der Euch die Lesung wieder mal versüßt hat. Das Team von Isabell im Café Röhren und selbstverständlich auch ein großes Danke an Euch, es war ein sehr schönes Jahr 2017 mit Euch. Wir freuen uns auf die Januarlesung!

Kneipenleser gehören nicht unter den Weihnachtsbaum!

Einem Kneipenleser ein Zuhause zu geben, ist eine langfristige und verantwortungsvolle Aufgabe. Diese Entscheidung zu treffen, bedarf intensiver Überlegung und sollte nicht an einem Feiertag wie Weihnachten festgemacht werden. Leichtfertigkeit, Mitleidskäufe kurz vor Weihnachten oder der Wunsch der Ehefrau nach einem vorlesenden Freund mögen Auslöser für den Kauf eines Kneipenlesers sein. Wir appellieren an alle Literaturfreunde, dem Reiz der niedlichen Kneipenleser zu widerstehen – denn Kneipenleser sind Lebewesen und keine Handelsware, die wie ein Buch nach Weihnachten einfach wieder umgetauscht werden können.
Alle Jahre wieder werden Kneipenleser nach dem Weihnachtsfest in den ohnehin schon überfüllten Kneipenlesungs-Cafés abgegeben. Im schlimmsten Fall werden sie sogar einfach ausgesetzt oder bei einem bevorstehenden Umzug zurückgelassen. Die Gründe sind vielfältig: Der Mietvertrag untersagt die Kneipenleserhaltung, aus der niedlichem Vorleserin wird eine Hasspredigerin, der Vorleser beginnt streng zu riechen oder der Kneipenlesungsmusiker hinterlässt Pfützen in der Wohnung. Immer wieder werden Halter von den hohen Kosten der Kneipenleserhaltung überrascht, weil sie sich zuvor nicht ausführlich mit der Thematik beschäftigt haben: Neben den regelmäßigen Kioskbesuchen zur Wodka- oder Persico-Eindeckung kann der Besuch der Buchhandlung schnell zu einem hohen Kostenfaktor werden, wenn der Lesedurst des Literaturfreunds ausufert.
Manche Menschen sind nicht dazu bereit, oder ihre Lebenssituation erlaubt es nicht, langfristig die Betreuung eines Kneipenlesers zu übernehmen. Insbesondere Kinder verlieren schnell das Interesse an einem Kneipenleser. Verschenken Sie daher zu Weihnachten bitte keine Kneipenleser, sondern Bücher, die allen – Vorlesern und Vorgelesenen – Freude bereiten.
Und denken Sie daran: Kneipenleser sind vom Umtausch ausgeschlossen.
Wenn Sie auch nach Weihnachten noch bereit sind, einem Kneipenleser ein neues Zuhause zu schenken, dann besuchen Sie bitte das örtliche Kneipenlesungs-Café: Die Cafés sind voll von heimatlosen Vorleserinnen und Vorlesern, die nicht mehr in den Lebensentwurf ihrer ehemaligen Besitzer gepasst haben. Jeder einzelne Kneipenleser wartet hier auf ein neues Zuhause, einige schon seit Jahren.

Dichtkram des Monats

Wie Eckermann einmal Goethe hülfreich zur Hand gehen zu müssen glaubte und dafür ganz unerwartheten Lohn empfing

Goethe fing zu meckern an:
„Mein lieber, guter Eckermann,
wie geht denn hier der Wecker an?
Da ist ja gar kein Stecker dran!“

Drauf Eckermann zu Goethe:
„Mensch Goethe, biste blöthe?
Das Ding, das ist mechanisch.
Denn Strom, den gibt’s noch gar nisch!

Du musst nur hier am Rädchen drehn,
lässt ihn dann dort am Bettchen stehn,
und just zur Mörgenröthe
schallt ’s hier aus dieser Tröthe!

– bzw. Klingel! – Oder auch Schelle!“

Schallend war daraufhin die Backpfeife, die sich Eckermann ob seiner gänzlich unerwartheten und seinem Wesen eigentlich auch völlig fremden Besserwisserei einfing.
„Und? Was lernen wir daraus?“ grantelte der Dichterfürst, während sein Adlatus sich schuldbewusst die Wange rieb.
„Dass sich die Wange röthet, wenn Ihr mir eine löthet?“ stammelte Eckermann verunsichert.
„Das auch.“ brummte der Geheimrat schon etwas nachsichtiger, „Aber vor allem:
Hier darf nur einer, Goethe, dichten! Und Eckermann vielleicht berichten.
Haben wir uns verstanden?
Gut!“

Und so berichtete Eckermann in „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ dann auch ganz artig über dieses, jenes und solches. Nur eine peinliche kleine Anekdote hat er uns verständlicherweise vorenthalten wollen. Und wenn ich nicht zufällig im Nebenzimmer gelauscht hätte: Es wäre ihm sogar geglückt.