Archiv der Kategorie: Dies und das

Alles was sonst nicht passt

Dichtkram des Monats

Besser, ich sage, was ich denke, wenn ich sehe, dass ich spreche,
als zu wissen, was ich, wenn ich denke, sehe, dass ich tu.
(Oswald Egger)

Doch zu glauben, dass ich wüsste, wenn ich tue, was ich sage,
dass ich spreche, weil ich sehe, dass ich denke, wäre dumm.
Und zu tun, als ob ich dächte, wenn ich sehe, dass ich spreche,
wäre, wenn ich wüsste, was ich sage, dümmer als gedacht.
Deshalb denke ich, ich sehe, was ich sage, wenn ich spreche,
und ich schreibe, was ich tue, weil ich weiß, dass ich es seh‘.
Und das läuft darauf hinaus, dass ich tute, wenn ich blase,
wie ich blase, wenn ich tute: und das macht dann ganz viel Wind.
Doch es ist auch durchaus möglich, dass ich schlichtweg nicht verstehe, was ich immer wieder lese, immer noch und noch einmal.

Klingelton des Monats

Was wuselt denn da im Müllhaufen der Geschichte?

Vierzehn Noten, die es in sich haben:
Zum Verständnis des Gehalts dieser Komposition wird Notenlesenkönnen oder Notenlesenkönner kennen vorausgesetzt, zur Beurteilung ihrer politischen Korrektheit nur wenig mehr.

(Partiturauszug, mit freundlicher Genehmigung des Komponisten)

Klingelton.mp3
Klingeltonpartitur.pdf

Taxi für einen Kurzfilm

Ich kann nicht anders, ich muss berichten. Am Frankfurter Flughafen ankommend, bot sich die Option das Hotel in 15 min mit dem Taxi oder in 45 Minuten mit S-Bahn umsteigen zu erreichen. Nach kurzem Zögern habe ich mich gegen die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs und für den Individualverkehr mit einem Taxi entschieden.
Ich hatte kurz das Uber fahren in Lissabon im Kopf. Taxi das traditionelle Fortbewegunsgmittel, das man als Kind maximal ein bis zwei Mal pro Jahr benutzen durfte. Wenn Vater nicht da, aber mit üblem Bauchweh zum Arzt gefahren werden musste. Oder wenn mit Gepäck zum Zug, dann war Taxi erlaubt.

Wie wird es wohl sein? Ein kaum deutsch sprechender Taxi-Fahrer, der das Ziel in drei Navis eintippt und währenddessen dreimal den Bordstein touchiert oder ein patziger Mittvierziger der sich über die kurze Fahrt ärgert oder eine hessisch babbelnde Quasselstrippe, die erst mich ausfragt und dann ihr ganzes Leben ausbreitet?
Nach langen Gängen durchs labyrinthartige Terminal 1 endlich der Ausgang. Ich komme ganz vorne im Terminal an, die Taxis stehen in der Mitte. Ich entscheide mich gegen die Beschilderung weil ich an die Luft wollte – gute Entscheidung – denn auch da stehen Taxis. In der Reihe vorne ein Mercedes E-Klasse. Nicht alt, nicht neu und wie wir auch von innen sehen werden, bestens gepflegt.

Der Fahrer ist ein älterer Herr, der zuerst Kofferraum für das Gepäck öffnet, dann die hintere Tür für mich – an vorne sitzen ist nicht zu denken – und dann noch die vordere Tür öffnend den Beifahrersitz nach vorne schiebt, obwohl schon reichlich Platz war.

Diese E-Klasse ist mit dem sogenannten „Taxi-Leder“ also der Mercedes „Polsterung Ledernachbildung Artico schwarz“ ausgeschlagen. Im Fußraum liegen zwei kleine Perserteppiche, die von bester Qualität sind, jedoch den Herausforderungen des vermutlich nahezu täglichen Waschens geschuldet geblichen sind.

Diese Kulisse aus Mercedes Taxi und dem älteren bodenständigen Herren, der das Taxichauffiren nach guter Väters Sitte im Blut hat, diese Kulisse bekommt Ihr eigentliches Leben durch die Musik eingehaucht. Das Autoradio spielt Hugo Strasser und weitere in dieses Sujet passende französische Musik die mir unbekannt ist. Sehr formvollendet, sehr schön. So gleiten wir präzise und schnell in das abendliche Frankfurt und erreichen das Ziel mühelos.

Wenn ich einen Kurzfilm mit einer eröffnenden Taxi-Szene drehen dürfte, so wüsste ich wen ich anrufen muss.