Bier und Kultur
„Hugh“, sprach der alte Häuptling der Apachen nach dem Genuss der Friedenspfeife“ Es ist alles Wichtige gesprochen, alles Wichtige geschrieben über die guten Wilden, die bösen Wichter und die Retter des Friedens zwischen Prairie und Lliano Estacado. Die Kneipenlesung unternimmt eine Huldigung aller einsamen Helden in der Wüste anlässlich des Geburtstags von Karl May vor nunmehr 170 Jahren. Aktualisiert bedeutet das Motto, dass die letzten Raucher in Kneipen, die Kardinäle der Sixtinischen Kapelle, ja alle Exoten des alltäglichen Lebens mal wieder einer Lesung für würdig gehalten werden. Überall in der Literatur stoßen wir auf die älteste Kurzsignalform der Menschheit. Wir übersetzen, präsentieren sie für euch wie immer umsonst und drinnen im Lenz ab 20 Uhr.
Pünktlich zum Frühlingsbeginn steigt die Kneipenlesung wieder ein in die Betreuung der Winterschrauber, die sich mit Schraubenschlüsseln und Zahnbürsten an ihren Schätzen zu schaffen machen, der Nachtschwärmer, die sich am Morgen danach vom mageren Sonnenlicht der Märzsonne beschienen in fremden Betten wiederfinden, der Biker, die sehnsüchtig auf das Ende des ostwestfälischen Winters warten. Sie alle bekommen ihr Schmierfett weg, ihr Aspirin ins Glas und ihr Visier gereinigt. Versprochen, wir bereiten euch vor auf die kommende Saison voller Sonne, Saft und Schräglage. Wie immer wird das Pflegeprogramm aus Lesung und Liedgut serviert im Cafe Röhren ab 20 Uhr.
Zum Höhepunkt der Paderborner Literaturtage am Samstag, den 24.3., gastieren die Paderborner Kneipenleser im Herzen der Stadt im IdeenRaum. Dort treffen ab 20 Uhr zwei Sparten des holzverarbeitenden Gewerbes aufeinander: Möbeldesign und Literatur.
Wir lesen Furniertes, Gedrechseltes, auch Ungehobeltes – sei es über den Charakter des Holzwurms, den Aufbau geschmackvoller Einrichtungsgegenstände oder den Umgang mit Staubfängern, kurz: über das Wohnen an sich.
Bei Häppchen und Gläschen in behaglicher Atmosphäre werden Sie sich wie Zuhause fühlen – und vielleicht sogar neue Erkenntnisse und ein paar Ideen für Zuhause mitnehmen.

Im Zeitalter elektronischer Navigationsgeräte sollte es eigentlich möglich sein, jeden Ort auf der Welt zielsicher ansteuern zu können. Manchmal aber ertönt die etwas verträumt säuselnde Frauenstimme mit dem Hinweis “bitte wenden“ nicht unbedingt zur rechten Zeit.
Mitunter verlaufen sich unsere Gedanken oder ein lieber Mitmensch. Haustiere tun das genauso wie Regierungen. Wen wundert’s da, wenn es hinterher heißt: Hätten wir mal jemanden gefragt, der sich mit so was auskennt!
Der Kapitän der Titanic war wohl auch ein bisschen verpeilt und obwohl er sich auskannte, endete das Ganze in einer Katastrophe.
Da kann man sich noch viel Mühe geben, knapp vorbei ist eben nicht immer daneben.
Damit sie, liebe Hörenden, ohne Umwege und mit der richtigen Peilung der Lesung folgen können, hier noch mal die Koordinaten: Wir lesen am 15.04.2012 um 20.00 Uhr im Lenz, Heiersstr. 35.
Wer das Thema “Hintenrum” als Unterkategorie von “Untenrum” betrachtet, liegt sicherlich nicht ganz falsch: schließlich kriechen die Kneipenleser ihrem Publikum im Cafe Röhren mit erlesen Hintergründigem mal wieder sonst wo rein.
Doch auch Geschichten über das Anschleichen an leckeres Jagdwild, das Geschrotze über die neue beste Freundin der eigenen zweitbesten, die befriedigendsten Wege zum Überholen des Chefs auf der Karriereleiter, den von ehrlicher Hochachtung zu zeugen scheinenden Nachruf auf den Erzfeind: all das könnte im Zuhörer hintenrum dann doch noch den Eindruck hinterlassen, einer niveauvollen Lesung beigewohnt und vielleicht sogar etwas gelernt zu haben.
Die Kunst der Zubereitung warmer Porreeeinläufe schlage man aber lieber selbst bei Chefkoch.ru oder so nach.
Der Sommer brennt, die Hitze glüht und die Sonne sorgt dafür, dass alle Kollektoren Amok laufen. Grund genug für uns abzuschalten. Nach der Lesung am 17. Juni 2011 um 20.00 Uhr im Lenz sind wir weg, raus, aus und vorbei. Wir schalten ab in unserer wohlverdienten Sommerpause.
Während unsere Musiker mal alle Stecker ihres Verstärkers ziehen und sich vielleicht unplugged an ihre Instrumente begeben, die eine mal komplett abschaltet und sich zen-mäßig nur im Sitzen übt, probt der andere vielleicht den Aufstand gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg. Ganz egal, was unsere Angela sich noch einfallen lässt, wir sind raus. Und bevor wir aussteigen lesen wir euch an diesem Abend noch einmal vor: von Aussteigern wie wir es sind oder teilweise gern wären, vom Abschalten aller Geräte und vom Aussteigen und wieder Aussteigen aus dem Ausstieg, also dem Wiedereinsteigen!? Der Eintritt ist wie immer frei.
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