Bier und Kultur
Im schwarzen Paderborn sicherlich niemand. Erst recht nicht, nachdem sich der Kontinent, auf dem wir ja alle unsere Wurzeln haben, bei der Fußball-WM so bunt gezeigt hat.
Oder simmert sie doch noch – die Angst davor, dass man die Farbe nach dem Händedruck des dunkelhäutigen Schwiegersohns in spe nicht mehr abkriegt? Davor, dass einem im falschen Moment das Wort “Negerkuss” herausrutscht, wo man doch eigentlich “Mohrenkopf” sagen wollte? Oder schlicht davor, dass man den Kürzeren zieht, weil er nun mal den Längeren hat?
Ein kunterbuntes literarisches Sammelsurium rund um den schwarzen Kontinent und das Verhältnis von Weiß zu Schwarz bietet das Kneipenlesungsteam zur Eröffnung der neuen Saison am 19. September: um 20 Uhr im Café Röhren bei Schwarzwälder Kirsch und Kaffee ohne Milch.
Musik in einer Kneipe ist nichts ungewöhnliches. In der Kneipe etwas vorgelesen zu bekommen schon eher. In Paderborn gibt es seit mehreren Jahren eine Gruppe von Leuten,die den Gästen bei den kneipenüblichen Speisen und Getränken zu einem vorgegebenen Thema vorliest unter dem Motto „Bierbegleitende Literatur“. Also Bier trinken und unterhaltsame Literatur hören, nicht etwa Tee, stricken und diskutieren. Das gelingt stets abseits der Ernsthaftigkeit von Autorenlesungen, aber auch abseits jedweden Nonsens. Vorgelesen werden dabei Texte fast aller Stilrichtungen. Um die ausfindig zu machen, durchstöbert das Kneipenlesungsteam regelmäßig viele Bücher, aber auch andere Quellen sind willkommen. Am 24. September kommt die Kneipenlesung nach Salzkotten, um zum Thema „Mitten ins Schwarze“ zu lesen. Mitten ins Schwarze trifft nicht nur der Schuss des erfolgreichen Jägers, sondern auch der des Kabarettisten. Mittendrin statt nur dabei lesen wir über Amors Schüsse, über Mittelschicht und Schwarzbrot.
Für literaturbegleitendes Bier (und andere Getränke) ist gesorgt. Am 24. September 2010 um 20.00 Uhr in der Cocktailbar Weekend, Lange Straße 24, Salzkotten.
„Willst du mir mir gehen?“
„Wohin?“
„Boaah bist du uncool, du raffst es ja nicht!!!“
Die Beziehung hat noch nicht begonnen
- und schon ist das Beziehungsdrama da.
Seit frühester Jugend begleitet uns der verflixte Knoten der Beziehung zwischen Männlein und Weiblein, und er erscheint jedem von uns gordisch. War er denn nicht immer schon unlösbar? Nein es gab und gibt immer wieder Menschen, die jeden Knoten lösen können oder es zumindest behaupten. Priester, Psychologinnen, Friseure, Barmänner, und so auch die Kneipenleser.
Wie so oft schon erweisen sich die Kneipenleser/innen als echte Freunde und Berater in allen Lebenslagen. Weise und weitblickend werden Abgründe ermittelt, vermessen und aus den Tiefen der Literatur seit Adam und Eva die ewig neuen Antworten auf die immer wiederkehrenden Fragen nach dem „wohin?“ (s.o.) hervor geschaufelt.
Wer also einen Termin braucht, hier ist noch einer frei: Am 17.10.2010 ab 20 Uhr im Lenz – kostenfrei und von führenden Krankenkassen empfohlen.
Das Netz ist voller Schund, Rechtsfreier Raum, voller strafbarer Inhalte ein Tummelplatz für Trojaner und Phischer. Das Internet ist gefährlich.
Das Netz ist ein Refugium für politisch Verfolgte, Veröffentlichungsmedium für brisante Inhalte, ein Tummelplatz für Autoren die aus dem Urheberrecht auch geben wollen und neue Netzwerke ausbauen. Das Internet ist ein Boden für eine modernere Gesellschaft.
Wir lesen von den neuen Komödianten, Kabarettisten, Literaten, Dichtern und Denkern, die das Medium Internet als das ihre gewonnen haben. Wir versuchen den Spagat zwischen frischer, kurzweiliger Literatur und der politischen Welt im Netz.
Dazu passt, dass es in der RealenWelt 2.0 nun auch Kuchen, Bier und Lesebühne in einem Raum gibt. Das Café Röhren und wir freuen uns auf Euch am 21. November 2010 um 20.00 Uhr geht es los, der Eintritt ist frei.
Alle Jahre wieder dasselbe Phänomen:
Die Menschen freuen sich auf Weihnachten.
Sie fürchten sich vor Weihnachten.
Sie werden ganz melancholisch an Weihnachten.
Sie backen für Weihnachten.
Sie hassen Weihnachten.
Sie werden besonders besinnlich an Weihnachten.
Sie überfressen sich an Weihnachten.
Sie werden in den Wahnsinn getrieben wegen Weihnachten.
Sie lieben Weihnachten.
Sie haben keine Zeit vor Weihnachten.
Aber sie gehen zur Kneipenlesung ins Lenz vor Weihnachten: Am dritten Adventssonntag, den 19. Dezember 2010, wo auf jeden Fall um 20:00 Uhr eine schöne Bescherung beginnt. Diesmal ohne Heiligenschein und wie immer Eintritt frei!
Wir wollen etwas tun für unser liebstes, treuestes und bestes Publikum. Wir wollen ihm huldigen, es verzaubern, erfreuen und loben in unserer Lesung. So treu hat es uns über Jahre die Stange gehalten, war uns eine Freude, Anlass zum Gesang.
Bleibt ihr fern, so holen wir euch, binden euch, schleifen euch über die Straße ins Cafe Röhren.
Die Erziehung der Menschheit war schon immer ein schwieriges Geschäft, die Jugend immer de schlimmste, wir selbst waren vor langer Zeit natürlich auch Opfer der Versuche unserer Eltern uns zu irgendwas Vernünftigem zu machen. Die Literatur ist voll von Witzigem, Traurigem, Ernstem und Unterhaltsamem zum Thema Erziehung, wir suchen die besten Stücke für euch raus, bereiten sie didaktisch auf
- und prüfen sie am Ende ab…
Ab ins Café Röhren am 16.01.2011 ab 20 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.
Was Wunder, wenn die Kneipenleser am 20. Februar 2011 ab 20 Uhr im „Lenz“ bei dem Thema etwas ölig rüberkommen, denn diesmal gehts um Matsche, Gel und Schmiere.
Das klingt nach untenrum und etwas unanständig, ist aber nicht nur unterhalb der Gürtellinie beliebt. Schließlich braucht sowas jeder Freizeitpunk für den Igel überm Gebälk und muss bei gekrönten Häuptern notfalls die Locke unterm Diadem betonieren. Auch alterspezifisch ist da nichts festgelegt, denn die Schlammschlachten aus dem Kindergarten streben ja mit Erreichen der Volljährigkeit und des Ehezertifikats ihrem eigentlichen Höhepunkt erst entgegen. Und wenn schließlich Fernsehköche oder Regierungskoalitionen öffentlich ihren Brei bereiten, ist man im Schmierentheater schon mitten drin. Kaum einer also, der hier nicht sein Fett abkriegt!
Wieder einmal gehen die Kneipenleser fremd ins Café Röhren! Und wie immer tun sie es um 20 Uhr, gern und öffentlich und ganz umsonst! Und wenn das immer noch keinen Skandal macht, dann vielleicht unser Thema:
Denn auch wenn wir gewiss keine Kochrezepte lafern, ist das vielleicht doch kein Abend für eingefleischte Vegetarier: In der Grauzone, wo zwischen Hass und Liebe vieles möglich erscheint und wo es vor lauter allzu Menschlichem manchmal richtig tierisch abgeht, wird die Grenze des guten Geschmacks auch schon mal überschritten. Und das ist nicht erst seit Bram Stokers „Drakula“ und allen seinen Nachfolgern so. Vom Ehekrieg über die Großwildjagd bis zum „Schnecken anschlabbern“ ist hier alles drin. Am 20. März um 20:00 Uhr im Café Röhren.
Es ist ja Mode geworden heutzutage einfach mal so weg zu gehen, die Wälder per pedes unsicher zu machen, altmodisches Liedgut den Pilzen entgegen zu schmettern, sich lang und breit über die Freuden der langsamen Fortbewegung zu ergießen – doch wer denkt an die Hintergründe, die Antriebe, die Qualen, die Folgen für Umwelt, Mensch und Material?
Noch nicht einmal die Society – Reporter der Klatschpresse, nein die Kneipenleser wenden sich den Folgen der dauernden Bewegungslust ihrer Mitmenschen zu und nehmen sich ein Herz für die Fragen des Wanderns, die bisher noch gar nicht gestellt wurden.
Nach der Lesung sollte jeder Zuhörer und jede Zuhörerin in der Lage sein die Bedeutung des Wanderns in der kommenden Saison vollständig zu ermessen.
Anleitung zum Wandern in höherer Stufe im Lenz am 17.4.2011, wie immer Eintritt frei.
Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Und wat nix kostet, is nix. Also, alles was recht ist, ist nichts – oder wie? Wir rennen trotzdem weiter zum Discounter und sind überhaupt permanent alle auf der Jagd nach Schnäppchen, denn die Welt ist teuer und Geiz ist geil. Je mehr für weniger, desto besser. Und wer noch drei Tropfen mehr aus der leeren Zahnpastatube rausdrückt, ist der King. Weil gespart. Gespart wird, was das Zeug hält – weil das Geld woanders gebraucht wird, wo man es nicht sieht. Es muss ja Rendite geben, sonst macht unser System nicht mehr mit. Billige Ausrede? Nein, alle machen es ja so … Billige Ausreden, billige Imitate, billige Importe und billiges Essen machen unser Leben billiger, aber es wird uns dadurch nicht teurer. Komische Sache. Perfekt für eine Lesung! Und ganz billig, weil der Eintritt ist – wie immer – frei und das Bier ist auch preiswert, im Sinne von „seinen Preis wert“. Am 15. Mai 2010 im Café Röhren.
Der Winter ist uns irgendwie dazwischengekommen, dann ist auch noch der Bauträger insolvent gegangen, aus der alten Wohnung mussten wir auch raus nun leben wir im Container. Horst der Maurer sagt, dass wir zum 19. Juni 2011 rein können. Wieder verzögert. Angeblich ist unser frisches modernes Design und die tolle Architektur unseres Hauses Schuld. Die Architektin würde nur durch Fingernägel und Dekolletee glänzen, meint Horst.
Wir lesen am 19. Juni um 20.00 Uhr im Lenz über hübsche Maurer, mauern, anbaggern, und über die andere Seite der Straße, die zu den Maurern nicht passen wollenden Modells, Idealmaße und glänzende Architekturen. Und weil das mit dem Bau so ein Streß war ist der Eintritt frei.
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