Gedanach – Od Bosne do Pade

Musik und Lesung
Samstag, 9. Februar 2019 20:00 Uhr, Einlass 19:30
Deelenhaus, Krämerstr. 8-1 0, 33098 Paderborn

Danijela Granic (Gesang), aus Sarajevo, präsentiert mit ihrer Band „Gedanach“ Musik vom
Balkan, die von Triglav bis Dervdelija gespielt wurde. Sie interpretiert diese Musik, die sie von Kindesbeinen an im Blut hat, ausdrucksstark, melancholisch und humorvoll. Begleitet wird sie von Joachim Schwarzmann (Gitarre), Georg Lorenz (Akkordeon) und Wilhelm Humbert (Perkussion). Fachwelterschütternde Beiträge über die Erfindung abendländischer Musik und Gott auf dem Balkan runden das Konzert ab.
Eintritt: Ein Hut wird gereicht.

Ich scheitere an Hotels – Heiter scheitern

Ich frage mich, welche Hotels eigentlich an den Gast denken? Außer naturgemäß, dass sie von mir nur das Beste, nämlich mein Geld, haben wollen. Viele Dienstleistungen der Hotels kommen mir eher wie ein Hürdenlauf vor, aber vielleicht wollen die auch nur meine geistige Wachheit testen.

Mein Zug hat Verspätung, trotzdem werde ich noch kurz im Hotel einchecken können, um meine Sachen ab- und das Notebook aufzuladen. Es hat Stromhunger, denn die Steckdose im Zug war nicht freigiebig.

Jetzt um die Mittagszeit ist die Lobby leer, meine Reservierung wird schnell gefunden und ich mit Magnetkarte, Pappkarte und Internet-Voucher bewaffnet Richtung Aufzug geschickt.

Am Zimmer angekommen ziehe ich die Magnetkarte durch, es rührt sich nichts. Ich prüfe Richtung, Zimmerschloss und die Karte. Etwas in die Jahre gekommen ist die schon. Nach dem vierten Versuch gebe ich auf und mache mich auf dem Weg zur Lobby.

Ein Hotelangestellter prüft, testet und begleitet mich zum Zimmer. Dort zieht er die alte Karte geschickt durch das Zimmerschloss, welches daraufhin entriegelt. Sagt zu mir: „Geht doch!“, schließt die Zimmertür, gibt mir indes eine funkelnagelneue Karte. Ich probiere die neue Karte, die geht auf Anhieb. Was wollte er mir denn damit zeigen? Dass geschulte Hotelangestellte auch mit ältestem Schrott eine Zimmertür aufbekommen?

Kopfschüttelnd betrete ich das Zimmer. Sonnenlicht blendet mir entgegen und das Zimmer ist erstaunlich warm. Der Hotelfernseher brüllt mich mit lauter Musik an. Ich suche die Fernbedienung und drücke den roten Aus-Knopf. Der Fernseher quittiert das mit „Falsche Eingabe, drücken Sie Menü“, ich drücke auf Menü, dort wird mir das Erotik-Film-Paket angeboten. Ich dachte, dafür wäre das kostenlose WLAN da.

Ich versuche über die Pfeiltasten der Fernbedienung auf „Nein“ zu navigieren, Cursor rechts war aber wohl die Auswahl des Erotik-Pakets. Ich soll zur Bestätigung meine Zimmernummer eingeben. Der Fernseher brüllt immer noch Bar-Jazz-Musik in unglaublicher Lautstärke. Ich beschließe der Einfachheit halber, dem Fernseher den Strom zu entziehen.

Mir ist warm, ich schalte die Klimaanlage ein, nehme meine Hemden aus dem Koffer, um sie dann auf die umständlichen Hotelkleiderbügel in den Schrank zu fummeln. Für das Notebook findet sich eine Steckdose am Schreibtisch. Jetzt aber sputen, mein Termin wartet nicht.

Da klopft es an der Tür, es ist der Page. Sie hätten an der Rezeption gesehen, dass der Fernseher nicht mehr im Hotelnetz ist. Ich erzähle mit knappen aber farbigen Worten, wie mich dieses Wunderwerk ausnahmslos genervt hat. Der Hotelangestellte erklärt, dass das Gerät wichtige Funktionen hätte und man es nicht vom Strom trennen dürfe. Ich sage beim Gehen, er dürfe machen, was er wolle, allerdings – wenn der Fernseher während meines Besuchs auch nur einen Ton von sich gäbe, wären wir keine Freunde mehr.

Abends zurück im Hotelzimmer liegt der Stecker des Fernsehers immer noch neben der Steckdose. War ihm wohl doch zu gefährlich, dieses Monster wieder zu erwecken. Im Zimmer ist es immer noch heiß und das Notebook ist nicht geladen, da Klimaanlage und Steckdosen über die Zimmerkarte nur wenige Minuten nach meinem Verlassen des Zimmers ausgeschaltet wurden.

So muss die Klimaanlage in die Nacht rein rattern und ich klemme mich an den Winzlingsschreibtisch in Reichweite zur Steckdose. Der Schreibtisch hat dankenswerterweise eine Glasplatte, damit die Maus auch garantiert nicht funktionieren kann. Aber dafür liegt hier eine Menükarte, die zum Mauspad wird. Alles gut.

Nach einer Nacht mit laufender Klimaanlage wache ich gerädert auf, duschen, anziehen, allerdings bis auf das weiße Hemd, das kommt nach dem Frühstück. Nicht, dass da ein Fleck draufkommt.

Vor dem Frühstücksraum wacht eine Dame, ob denn auch alle das Frühstück bezahlt haben. Ich nenne meine Zimmernummer, die Dame meint da wäre kein Frühstück gebucht. Ich bestätige, dass mein Tarif inklusive Frühstück ist. Die Dame ruft lautstark hinüber zur zehn Meter entfernten Lobby. Da dort jedoch viele Menschen mit dem Auschecken befasst sind, ist die Kommunikation sehr verzögert, laut und langwierig. Mir reicht es irgendwann und ich biete der Dame an, dass ich durchaus das Frühstück bezahlen würde, wenn sich herausstellen sollte, dass es nicht in meinem Tarif enthalten sei. Sie zeigt sich erstaunt und zeigt mir die Stelle auf ihrer Zimmerliste, auf der ich unterzeichnen soll.

Die Aktion hat mir mindestens zehn Minuten meines Zeitkontingents geklaut, schnell gefrühstückt, schnell aufs Zimmer, weißes Hemd anziehen und Zähneputzen. Mist! Falsche Reihenfolge, ich versaue mir das Hemd in aller Hektik mit Zahnpasta. Ok, dann eben ein sauberes Hemd weniger.

Beim Auschecken an der Rezeption erklärt man mir, man habe irgendwie keine Anzeige zur Nutzung der Minibar, da müsse die Verbindung zum Fernseher unterbrochen sein. Es müsse erst ein Mitarbeiter ins Zimmer geschickt werden, um die Minibar zu kontrollieren. Meine Hinweise, nichts aus der Minibar genommen zu haben und im Notfall hätte das Hotel ja meine Kreditkartendaten, nutzen nichts. Ich soll mich in der Schlange wieder hinten einreihen.

Als ich endlich wieder an der Reihe bin, bemängele ich die Rechnung, da sie zwei Frühstücke enthält. Die Rezeptionistin erklärt mir in scharfen Ton, dass ich nicht auf der Liste hätte unterzeichnen dürfen, da mein Tarif doch ein Frühstück enthalten hat. Nun hätte sie all die Arbeit mit der Rechnungskorrektur. Ich deute auf die Dame vor dem Frühstücksraum und zeige mich zunehmend verzweifelt.

Ich bin froh, nun endlich auf dem Weg zu sein. Diese amerikanische Hotelkette rutscht in meiner persönlichen Hotel-Favoritenliste einige Plätze nach unten.
Als ich einige Tage später eine unerklärliche Abbuchung von 20 Euro auf meiner Kreditkarte finde, die sich später als zweites Frühstück herausstellt, ist es mit der Freundschaft vorbei. Lieber ein paar Kilometer außerhalb als dieses Desaster. Und eure „With compliments“-Karte mit handgeschriebenem Gästenamen auf dem Bett könnt ihr Euch sonst-wohin …abheften.

Von Werner in der Reihe „Heiter scheitern„.

Bis zum nächsten Jahr!

Boah! Was für eine grandiose Weihnachtslesung war das denn gestern wieder? Wie üblich um diese Jahreszeit war das Röhren wieder zum Bersten voll und auch das Kneipenlesungsteam war nicht nur komplett, sondern hatte auch noch diverse Gastleser und -musiker im Weihnachtsgepäck. Ein Dankeschön geht an dieser Stelle an Volker Kukulenz und Andy Jelitte!

Wir haben nicht nur nadelige und generell weihnachtliche Texte zum Besten gegeben, Georg und Anne haben die Häkelnadeln glühen lassen und für den guten Zweck weihnachtliche Eierwärmer gehäkelt. Die Erlöse hierfür, sagenhafte 700 Euro (ihr seid der Wahnsinn! Danke dafür!), gehen, wie alle Spenden, ans Westfälische Kinderdorf (WeKiDo).

Wir möchten uns außerdem beim Team vom Café Röhren und beim Bärentreff bedanken – Letzterer hat uns bzw. euch wieder mit leckeren Weihnachtsnaschereien wie den allseits beliebten Glühweinsternen versorgt!

Das Team der Kneipenlesung wünscht euch und euren Liebsten eine wunderbare Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2019. Auf dass wir uns am 19. Januar zur Kneipenlesung „Wechseljahre sind keine Herrenjahre“ wiedersehen.

Teamfoto Weihnachten 2018

Weihnachtsspende 2018 an Westfälisches Kinderdorf e.V.

Zum elften Mal ging Eure Weihnachtsspende heute an das WeKiDo Westfälisches Kinderdorf e.V. Ihr habt die 418 € vom letzten Jahr wieder überboten. Es waren wahnsinnige 645 €! Gerne rundet die Kneipenlesung dies auf 700 €. Vielen Dank allen Spendern und Sponsoren!

Herzlichen Dank noch einmal an: Den Bären-Treff in Paderborn der Euch die Lesung wieder mal versüßt hat. Das Team von Isabell im Café Röhren und selbstverständlich auch ein großes Danke an Euch! Hoffentlich wird 2018 genauso toll wie 2019 wir sehen uns auf der Januarlesung!