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Dichtkram des Monats

Wenn beispielsweise Helgoland im Mittelmeer wär,
dann wär es Pi mal Daumen dort ein Drittel wärmer.
Zitronen würden dort dann in den Dünen blühn,
Smaragdeidechsen um den Roten Felsen ziehn.
Die Quallen müssten dann nicht mehr im Kalten glibbern,
die Krabben in den Klippennischen nicht mehr bibbern.
Der Helgoländer bräuchte nicht, um nicht zu frösteln,
den ganzen lieben langen Tag nur Fisch zu rösteln.
Er würde außerdem vielleicht Malteser heißen,
von seinem Kutter nicht mehr in die Nordsee scheißen
und, statt den ganzen Abend immer Grog zu trinken,
marsalaweinbenebelt in die Kissen sinken.
Die Butterschiffe aus Cuxhafen hätten ´s etwas weiter.
Wenn Helgoland im Mittelmeer wär, das wär echt gescheiter
als kurz vor dem Polarkreis, wo man sich den Arsch abfriert.
Ja, in der Nordsee ist die Insel reichlich deplaziert.

Liedkram des Monats

Hau mich!

In den Wüsten des Sudan,
auf den Märkten im Iran
und den Gärten in Japan
träumt davon fast jeder Mann:

Hau mich mit dem Zeigestock.
Hau mich! Hau mich!
Ich schau Dir auch unter ’n Rock.
Trau Dich, Junge, hau mich!
Darauf hab ich richtig Bock,
junger Mann im Glockenrock.
Hau mich, hau mich, hau mich!

In den Straßen von Shanghai,
in der Hauptstadt der Türkei
und sogar in Uruguay
heißt es: Komm mal bei mich bei – und – und – und –

Hau mich mit dem Zauberstab.
Hau mich! Hau mich!
Bring mich richtig schön auf Trab.
Trau Dich, Junge, hau mich!
Davon geht mir einer ab,
weil ich das so gerne hab.
Hau mich, hau mich, hau mich!

Auf dem Land bei Appeldorn,
tief im Süden am Kap Hoorn,
nicht zuletzt in Paderborn
heißt es: Komm, noch mal von vorn – und – und – und –

Hau mich mal mit Deinem Stiel.
Hau mich! Hau mich!
Davon krieg ich nie zu viel.
Trau Dich endlich, hau mich!
Junger Mann, Du guckst so kühl.
Hau mich richtig mit Gefühl.
Hau mich, hau mich, hau mich!

Hau mich mit Dein’m besten Stück.
Hau mich! Hau mich!
Welche Wonne! Welches Glück!
Damenjunge, hau mich!
Hau mich mit laszivem Blick.
Das versetzt mir einen Kick.
Hau mich, hau mich, hau mich!

(Ich hoffe, die verehrten Herren Dury und Jankel würden mir nicht böse sein.)

Dichtkram des Monats

Der Gourmet

Helge Rosenblads Verlangen
nach stets neuen Gaumenfreuden,
Köstlichkeiten, Hochgenüssen
ließ ihn zum Adepten werden
derer, die – ach – so begnadet
hehre Kochkunst zelebrieren.

Denn das, was die Schlemmertempel
wo auch immer offerierten,
stellte ihn nicht mehr zufrieden,
fehlte im Alltäglichen selbst
sternbewehrter Spitzenköche
mithin oftmals das Sublime,
das ein rechter Feingeschmäckler
nun einmal nicht missen mochte.

Und so reifte bald der Vorsatz,
selbst am Herd zu Mütze, Schürze,
Messer, Löffel, Topf zu greifen,
um, wie einst der Zauberlehrling,
die, die da vermeintlich meistern,
einfach mal zu überbieten.

Und zwar ohne Kochrezept, denn
wer sich seiner Sache sicher,
wer ein wirklich Eingeweihter,
der braucht schließlich kein Brevier und
kann, statt nur nach andrer Weise
vor sich hin zu dilettieren,
fest aufs Kreative bauen
und so wirklich Großes schaffen.

Erster Schritt galt der Beschaffung.
Doch schnell stockte ihm der Atem,
weil das, was die Feinkosthandlung
Edles in Regalen führte,
zwar Inspiration verschaffte,
doch dem Portemonnaie nicht schmeckte.

Anders da der Supermarkt, der
preislich durchaus angemessen
eher schlichte Ware führte,
die den Meister fordern würde:
Darf doch der nur Koch sich nennen,
der sich auch darauf versteht, wie
ehedem die Alchemisten,
schieren Schmutz in Gold zu wandeln.

Nach arg langen Einkaufsmühen
in der Küche angekommen,
galt es nun der Zubereitung
der gewählten Lebensmittel,
die nicht stümperhaft verfremdet,
nein, verfeinert werden wollten.

Auch nach stundenlangem Werken
soll der Ursprung einer Speise
weiterhin erkennbar bleiben.
Und so überließ er diese
einzig nur den Elementen,
als da wären Feuer, Wasser
und auch Luft in Form von Bläschen,
die da aus dem Topfe stiegen.

Schnell den Wein noch dekantiert so-
wie die Tafel hergerichtet –
und nach weit’ren fünf Minuten
war das Wiener Würstchen fertig:
aufgeplatzt zwar, doch genießbar.
Als Premiere gar nicht übel.