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Dichtkram des Monats

Wie Eckermann einmal Goethe hülfreich zur Hand gehen zu müssen glaubte und dafür ganz unerwartheten Lohn empfing

Goethe fing zu meckern an:
„Mein lieber, guter Eckermann,
wie geht denn hier der Wecker an?
Da ist ja gar kein Stecker dran!“

Drauf Eckermann zu Goethe:
„Mensch Goethe, biste blöthe?
Das Ding, das ist mechanisch.
Denn Strom, den gibt’s noch gar nisch!

Du musst nur hier am Rädchen drehn,
lässt ihn dann dort am Bettchen stehn,
und just zur Mörgenröthe
schallt ’s hier aus dieser Tröthe!

– bzw. Klingel! – Oder auch Schelle!“

Schallend war daraufhin die Backpfeife, die sich Eckermann ob seiner gänzlich unerwartheten und seinem Wesen eigentlich auch völlig fremden Besserwisserei einfing.
„Und? Was lernen wir daraus?“ grantelte der Dichterfürst, während sein Adlatus sich schuldbewusst die Wange rieb.
„Dass sich die Wange röthet, wenn Ihr mir eine löthet?“ stammelte Eckermann verunsichert.
„Das auch.“ brummte der Geheimrat schon etwas nachsichtiger, „Aber vor allem:
Hier darf nur einer, Goethe, dichten! Und Eckermann vielleicht berichten.
Haben wir uns verstanden?
Gut!“

Und so berichtete Eckermann in „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ dann auch ganz artig über dieses, jenes und solches. Nur eine peinliche kleine Anekdote hat er uns verständlicherweise vorenthalten wollen. Und wenn ich nicht zufällig im Nebenzimmer gelauscht hätte: Es wäre ihm sogar geglückt.

Dichtkram des Monats

Besser, ich sage, was ich denke, wenn ich sehe, dass ich spreche,
als zu wissen, was ich, wenn ich denke, sehe, dass ich tu.
(Oswald Egger)

Doch zu glauben, dass ich wüsste, wenn ich tue, was ich sage,
dass ich spreche, weil ich sehe, dass ich denke, wäre dumm.
Und zu tun, als ob ich dächte, wenn ich sehe, dass ich spreche,
wäre, wenn ich wüsste, was ich sage, dümmer als gedacht.
Deshalb denke ich, ich sehe, was ich sage, wenn ich spreche,
und ich schreibe, was ich tue, weil ich weiß, dass ich es seh‘.
Und das läuft darauf hinaus, dass ich tute, wenn ich blase,
wie ich blase, wenn ich tute: und das macht dann ganz viel Wind.
Doch es ist auch durchaus möglich, dass ich schlichtweg nicht verstehe, was ich immer wieder lese, immer noch und noch einmal.

Dichtkram des Monats

Wenn beispielsweise Helgoland im Mittelmeer wär,
dann wär es Pi mal Daumen dort ein Drittel wärmer.
Zitronen würden dort dann in den Dünen blühn,
Smaragdeidechsen um den Roten Felsen ziehn.
Die Quallen müssten dann nicht mehr im Kalten glibbern,
die Krabben in den Klippennischen nicht mehr bibbern.
Der Helgoländer bräuchte nicht, um nicht zu frösteln,
den ganzen lieben langen Tag nur Fisch zu rösteln.
Er würde außerdem vielleicht Malteser heißen,
von seinem Kutter nicht mehr in die Nordsee scheißen
und, statt den ganzen Abend immer Grog zu trinken,
marsalaweinbenebelt in die Kissen sinken.
Die Butterschiffe aus Cuxhafen hätten ´s etwas weiter.
Wenn Helgoland im Mittelmeer wär, das wär echt gescheiter
als kurz vor dem Polarkreis, wo man sich den Arsch abfriert.
Ja, in der Nordsee ist die Insel reichlich deplaziert.

Liedkram des Monats

Hau mich!

In den Wüsten des Sudan,
auf den Märkten im Iran
und den Gärten in Japan
träumt davon fast jeder Mann:

Hau mich mit dem Zeigestock.
Hau mich! Hau mich!
Ich schau Dir auch unter ’n Rock.
Trau Dich, Junge, hau mich!
Darauf hab ich richtig Bock,
junger Mann im Glockenrock.
Hau mich, hau mich, hau mich!

In den Straßen von Shanghai,
in der Hauptstadt der Türkei
und sogar in Uruguay
heißt es: Komm mal bei mich bei – und – und – und –

Hau mich mit dem Zauberstab.
Hau mich! Hau mich!
Bring mich richtig schön auf Trab.
Trau Dich, Junge, hau mich!
Davon geht mir einer ab,
weil ich das so gerne hab.
Hau mich, hau mich, hau mich!

Auf dem Land bei Appeldorn,
tief im Süden am Kap Hoorn,
nicht zuletzt in Paderborn
heißt es: Komm, noch mal von vorn – und – und – und –

Hau mich mal mit Deinem Stiel.
Hau mich! Hau mich!
Davon krieg ich nie zu viel.
Trau Dich endlich, hau mich!
Junger Mann, Du guckst so kühl.
Hau mich richtig mit Gefühl.
Hau mich, hau mich, hau mich!

Hau mich mit Dein’m besten Stück.
Hau mich! Hau mich!
Welche Wonne! Welches Glück!
Damenjunge, hau mich!
Hau mich mit laszivem Blick.
Das versetzt mir einen Kick.
Hau mich, hau mich, hau mich!

(Ich hoffe, die verehrten Herren Dury und Jankel würden mir nicht böse sein.)