15.12.02 Weiße Weihnacht
Ist es schon so weitß Ja, es ist wieder soweit. In die Regale unserer Supermärkte ergießt sich seit Wochen, einem speculatio praecox gleich, das Weihnachtsgebäck, und viele andere Artikel zur alljährlichen Geldabschöpfung. Sachen, die Freude machen eben. In unserer Kinderzeit starrten wir alle auf den 1. Dezember, dem Tag, an dem wir erwartungsvoll das erste Türchen öffnen durften. Voller Spannung ging es dann weiter bis zum Tag des größten Türchens. Endlich — Enttäuschung auf der einen, Freude auf der anderen Seite.
Heute hasten wir desillusioniert durch den verregneten Alltag. Die einen: Weihnachten!ß Bleib mir bloß weg damit! Die anderen: Warum nur einmal im Jahrß
Das Kneipenlesungsteam hofft auch diesmal wieder darauf, die beiden Lager mit ihrer Lesung vereinen zu können. Garantiert ist für jeden etwas dabei, für die Weihnachtshasser ebenso wie für dessen Liebhaber. Jeder Text wird von uns liebevoll ausgesucht, ansprechend verpackt und mit einem geflüsterten „für Euch, weil Ihr das ganze Jahr so treue HörerInnen gewesen seid“ im mündlichen Vortrag überreicht. Bescherung ist kostenlos für jederfrau/mann am 15. Dezember 2002 um 21 Uhr in der Gaststätte „Lenz“.
20.12.02 Freitag, Kinder wird’s was geben (Sonderlesung in der Kinderbibliothek)
Kinderlesung — eine Lesung in der Weihnachtszeit für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Wir ändern Raum und Thema. Zur Freude der Kinder und zur Entlastung der Eltern. Nicht mehr Kneipe und Hochliteratur, sondern Bibliothek und Kindergeschichten. Die Leute des Kneipenlesungsteam gestalten eine Stunde mit Texten nicht nur zur Weihnachtszeit. Am 20.12.2002 in der KiBi Paderborn Rosenstraße 13-15 von 17:00 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.
17.11.02 Die, die in die Röhre gucken
Als am 25. Dezember 1952 das Deutsche Fernsehen zu senden begann, ahnte wohl noch niemand, dass wir heute mal darüber lesen würden. Lesenß Über Fernsehenß Ja, geht das dennß Und ob das geht! Das beweist das Kneipenlesungsteam. Wir entführen Euch in die Welt der elektronischen Hinterglasmalerei. Manche erinnern sich an erste Schwarz-Weiß Jugendsendungen, die sie ausnahmsweise (!) am Sonntag mal sehen durften. Heute zappen wir genervt zwischen Dutzenden von Kanälen herum. Gut zwei Stunden verbringen wir im Durchschnitt täglich vor dem Fernseher. Also in etwa die Wartezeit in einem Telekomladen. Wer schlau ist, wartet erst gar nicht, sondern kommt gleich zu uns, verbringt dort die zwei schönen Stunden und hat so nebenbei die Statistik durch einander gebracht.
Fernsehen würde noch mehr Spaß machen, wenn da nicht diese ärgerlichen Briefe aus Köln wären. Unsere Lesung ist garantiert nicht ärgerlich, braucht nicht angemeldet zu werden und ist — wie immer — gebührenfrei zu hören in der Gaststätte „11. Gebot“. Am 17. November um 21:00 Uhr.
20.10.02 Kneipentour
Ein neues Semester hat begonnen. Die StudentInnen stehen vor wichtigen Fragen wie, welche Vorlesung besuche ich, welchen Schein brauche ich und welche Kneipe ist die besteß Die beste Kneipe ist natürlich die mit unserer Vorlesung. Diesmal führen wir unsere HörerInnen durch die Welt der Kneipen. Dort wird nicht nur getrunken und eine Kleinigkeit gegessen, sondern werden auch Beziehungen geknüpft (unser Lieblingsthema!) oder gelöst (unser zweites Lieblingsthema!). Kaum ein anderer Ort ist so geeignet, Privates zu besprechen, wie die Öffentlichkeit der Kneipe.
„Die Kneipe ist ein Ort, wo jeden Abend die Welt neu gebaut wird“, sagt ein belgisches Sprichwort. Die HörerInnen der Kneipenlesung sind herzlich dazu eingeladen, mit uns die Welt neu zu bauen. Das Material dazu stellt das Lesungteam, ohne wieder einen Cent dafür zu verlangen. Studentenausweis nicht erforderlich! Jede und Jeder ist willkommen in der Gaststätte „Lenz“ am 20.08.2002 um 21:00 Uhr.
15.09.02 Deutscher Herbst
Es ist wieder Herbst in Deutschland. Langsam wird es kühler. Das Grün an den Bäumen wirkt nicht mehr so frisch. Der Herbst ist bekanntlich eine Übergangsjahreszeit. Aber von wo nach wasß Zeit für einen Wechselß Ein Bayer macht sich auf den Weg zum Thron. Wird er es schaffenß Gerhard S. ist zufrieden, er hat sein Versprechen gehalten. Die Zahl der Arbeitslosen liegt auch weiterhin unter zehn Millionen. Da meckern wir nicht. Die Grünen verpassen die Wahl sowieso, weil sie nicht rechtzeitig von ihren Auslandseinsätzen zurückkehren. Die Gelben, ist klar, machen 18 Prozent, wissen aber noch nicht, ob plus oder minus.
Da haben es die Hörer unserer Lesung leichter. Sie machen auf jeden Fall ein Plus. Denn die Texte werden herbstlich bunt gemischt sein und wie immer vorgetragen ohne Lesungskostenpauschale und hochaktuelle acht Tage bevor der Herbst wirklich beginnt.
18.08.02 Grenzgänger und Gipfelstürmer
Überall im Leben stoßen wir auf Grenzen. Sie seien dazu da, überwunden zu werden, sagen manche. Tatsächlich kann uns dies weiterbringen, die Grenze ist damit eine Stufe in unserem Leben geworden. Wer seine eigenen Grenzen nicht kennt, hat es oft schwer. Herrlich ist die Grenze zwischen Wachen und Schlafen, schmal zwischen Haß und Gewalt, farbenprächtig zwischen Tag und Nacht. Nicht selten werden manche, die ihre Grenzen überwunden haben, zum Gipfelstürmer, nichts kann sie mehr aufhalten. Dabei muss der Gipfel gar kein Fels sein. Der erste Schritt eines Kindes ist schon so ein kleiner Gipfelsturm.
Unsere Lesung handelt also nicht nur von Polarforschern und Bergsteigern, sondern auch von den Grenzen und Gipfeln des Alltags. Diesen Gipfel der Genüsse gibt es wie immer grenzenlos günstig, weil kostenfrei, vorgetragen durch das Kneipenlesungsteam.
16.06.02 Technik
Die Technik hilft uns. Damit wir mehr Zeit haben, uns um die Folgen ihres Versagens zu kümmern. Und war da nicht neulich der Nachbar, der sanft lächelnd, mit einer Bedienungsanleitung in der Hand, von zwei Pflegern aus dem Haus getragen wurdeß Das ist natürlich nur Schwarz-Weiß-Malerei. Die Wirklichkeit treibt es noch viel bunter. Manchmal führt Technikversagen zu einem Lächeln, ein andermal zu Katastrophen. Da ist es nur gut, dass zuweilen gerade ihr Versagen letztere verhindert. Unsere Lesung dagegen, ist eine gültige Anwendung, die nahezu ohne Technik auskommt. Wir beherrschen die Technik des Vorlesens und möchten Euch/Ihnen Texte näher bringen, wie immer kostenlos aber hoffentlich nicht umsonst und auf jeden Fall ohne schweren Ausnahmefehler. Diesmal am Sonntag, 16. Juni 2002, um 21:00 Uhr, im Lenz in der Heierstrasse 35.
21.07.02 Angst vor über Fremde
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Fremde liegt so nah. Manchem begegnet es jeden Morgen beim Blick in den Spiegel, andere reisen um den halben Globus, um es schließlich auch dort nicht zu finden. Das Fremde weckt unsere Neugier, lockt uns von zu Hause fort und lässt uns aufbrechen, um uns mit seinem geheimnisvollen Zauber zu verwandeln. Das Fremde ist es aber auch, das wir als unheimlich und bedrohend erleben, gerade weil wir es nicht kennen. Und zu guter Letzt mussten einige in die Fremde gehen, weil sie zuvor oft schon fremdgegangen.
Die Zuhörer unserer Lesung brauchen dies alles nicht. Wir gehen zwar mit unseren Texten auf fremden Pfaden, aber auch diese Lesung findet wieder in der gewohnten Umgebung durch das gewohnte Team statt. Gaststätte „Das 11. Gebot“, Winfriedstr. 52
19.05.02 Drum prüfe wer sich Ewig bindet
In der Kneipenlesungsthemensammlung ist Zwischenmenschliches mit großen Abstand auf Nummer eins. Auch wenn eine Mann-und-Frau-Lesung gerade eine Woche her ist kommt garantiert ein Kneipenlesungszuhörer, der da sagt: „Ihr könntet doch auch mal über Freundschaft, Partnerschaft, Sex lesen“.
Die lieben Kneipenleser verweigern sich dann nicht mit einem barschen „Hatten wir doch gerade erst“, sondern „Na klar, gute Idee, schreiben wir gleich ins rote Kneipenlesungsbüchlein“.
So ist ist der Mai auch für die Kneipenlesung ein Bindungsmonat, in dem wir Texte mit vielen schönen Bindeworten lesen.
Aber was hat das mit dem 11. Gebot zu tunß Das war doch die Nummer 6 mit dem „Du sollst nicht die Ehe brechen“, oderß Ganz einfach der Mai ist ein ungerader Monat, da lesen wir in der Winfriedstraße im 11. Gebot.
Wir hoffen auf die starke Bindung von Euch, lieben Zuhörern, an uns, deshalb tragen wir nur diesmal, wie immer kostenlos, aber ohne Rosenkrieg, am 19.05.02 um 21:00 Uhr im „Das 11. Gebot“, Winfriedstr. 52 vor.
21.04.02 Der Lenz ist da!
Die Tage werden länger, die Nächte kürzer. Kalter Nieselregen geht in lauwarme Schauer über, richtig, es wird Frühling! Sein blaues Band zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Lesung. Aber vielleicht sorgt die Sonne, nachdem sie den Himmelsäquator überschritten hat, mit ihren Strahlen doch noch dafür, dass sich alle wohlfühlen. Blumen blühen, Vögel bauen Nester, Menschen putzen Fensterscheiben, verliebte Pärchen schnüren durch die Felder. Manche laufen schon im kurzen Hemdchen durch die Stadt, andere sitzen bereits an den eilig herbeigeholten Tischchen in den Straßencafes und Eisdielen. Frühlingsgefühle überall.
Wer Lust hat, kann sich auch einfach etwas vorlesen lassen. Weil der Lenz im Herzen Paderborns angekommen ist, lesen wir diesmal, frühlingshaft locker und natürlich gebührenfrei, am 21.04.02 um 21:00 Uhr im „Lenz“, Heiersstr. 35
17.03.02 Zwölf Mal im Elften
Ist das Jahr schon wirklich rumß Nach einer kurzen Odyssee vom Kamp, über Karlsplatz bis hin zum Turnplatz, gebeutelt vom üblen Winterwetter 2001 landeten die Kneipenlesungen im trockenen und warmen 11. Gebot.
Nach den Irrungen und Wirrungen nach der Schließung der Tuba und den zwei Monaten im Hotel Krawinkel haben wir im März letzen Jahres zum Ersten mal im 11. Gebot gelesen. Zum Jahresfest lesen wir euch das Beste aus den letzen 12 Monaten einfach noch mal vor. Es kann auch sein, dass es hie und da einen auf die 12 gibt.
Das Jubiläumsprogramm mit den Highlights und den übelsten Dingern wird wie immer kostenlos aber verbindlich vorgetragen, am 17.03.02 um 21:00 Uhr im „Das 11. Gebot“, Winfriedstr. 52.
17.02.02 Gute Besserung
Auch wenn die Tage schon heller werden. Den Februar hat der Winter noch fest im Griff. Draußen ist es zu kalt und drinnen die Heizungsluft zu trocken. Die Erkältungen reichen sich fröhlich die Klinke in die Hand. Ob in der Uni, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln man entkommt ihnen nicht.
Der Februar ist die Zeit in der man sich besonders um den Gesundheitszustand seiner Freunde, Kollegen und Mitbürger sorgt. Obwohl doch an dauerhafte Heilung kaum zu denken ist.
Dann hoffen wir mal, dass wenigstens ihr Euch nicht ins 11. Gebot schleppen müsst.
Eine Lesung über Viren, Bakterien, Pilze und ungebetene Gäste. Kostenlos und ansteckend vorgetragen am 17.02.02 um 21:00 Uhr im „Das 11. Gebot“, Winfriedstr. 52.
20.01.02 Geburtstage
Ein Jubiläum, stets wiederkehrend, dessen Grundstein man eigentlich gar nicht gelegt hat. Einige Geburtstage gelten als Befreiungsschlag, andere teilen die Welt in U- und Ü-30 Partys auf und wieder andere lassen längst vergessene Verwandte am Krankenbett erscheinen.
Auch die Jahreszeit konnte man sich nicht wirklich aussuchen: Sommerkinder freuen sich jetzt schon auf ihre Gartenparty mit Bier und Würstchen. Die Winterkinder trifft es hart, zu Weihnachten bekommen sie die „Du weißt schon, ist auch für Geburtstag“-Geschenke und nach der Festtagsvöllerei gibt es zum Geburtstag noch Buttercremetorte vonne Ommma. Na denn…
Eine Lesung über Geburtstage und andere Gründe das Trinken anzufangen. Feucht fröhlich aber kostenlos vorgetragen am 20.01.2002 um 21:00 Uhr im „Das 11. Gebot“, Winfriedstr. 52.
