Programmarchiv 2003

21.12.2003 Fürchtet Euch nicht

…denn es ist wieder Weihnachten! Somit gibt es auch in diesem Jahr auf vielfachen Wunsch wieder eine Weihnachtslesung. „Ist doch jedes Jahr das gleiche!“ winken da vielleicht einige ab. Stimmt nicht! Bei manchen mag das zu Hause so sein. Nicht aber bei uns. Wir legen uns ins Zeug und bieten Euch wieder neue kleine Texte rund um das alte große Fest, das die Kinder verzaubert und die Erwachsenen verzagen lässt.

Weihnachten ist vielleicht eine Art Verwerfung im Jahresgefüge, die alle möglichen Gefühle hervorbrechen lässt. Abneigung, Glück, Ärger und Zufriedenheit sind ebenso vertreten wie Hektik, Beschaulichkeit, Stress und Entspannung.

Vielleicht geht ein heimlicher Wunsch in Erfüllung, und wir bekommen nach einem Bilderbuchsommer auch ein Bilderbuchweihnachten. Dem Anlass entsprechend gibt’s die Lesung geschenkt. Weiße Weihnacht also am 21. um 21:00 Uhr in der Gaststätte „Lenz“.

30.11.2003 Mexiko und andere heiße Sachen — Detmold, Gaststätte „El Sol“

Das Kneipenlesungsteam macht sich auf den Weg , verlässt seine beiden angestammten Kneipen und reist nach Mexiko. Aber Mexiko ist weit, der Weg ist beschwerlich und so beschließt das Team, erst einmal in Detmold Station zu machen. Dort findet es einen Ort, an dem es wenigstens mexikanische Speisen und Getränke gibt. Kurzerhand zaubert es Texte aus, von und über Mexiko aus der Tasche und trägt diese in seiner bewährt lockeren Art vor.

In Mexiko ist es heiß, da lesen wir doch gleich über heiße Sachen und weil das Essen scharf sein soll, darf auch über Scharfes gelesen werden. Zwar ist die Landessprache Spanisch, gelesen wird aber in Deutsch und es braucht keinem spanisch vorkommen, wenn wir — wie immer — unser Angebot kostenlos servieren.

Wer sich also einen mexikanischen Abend gönnen möchte, der komme ruhig am 30. November um 21:00 Uhr nach Detmold ins „El Sol“, Lützowstraße 2 (Ecke Bielefelder Str.).

16.11.2003 Es läuft die Zeit, wir laufen mit — Die retardierte Lesung

Wir halten die Zeit für gekommen, auch einmal über die Zeit zu lesen. Kaum einer, der nicht schon mit ihr gehadert hat. Mal haben wir davon zu wenig, mal gibt es zu viel davon. Sie lässt sich genauso nutzen, wie verschwenden. Aber, was wir auch tun, sie lässt sich nicht erweichen und läuft für alle gleich ab.

„Ich hab keine Zeit“ ist wohl einer der häufigsten Sätze in unserem Alltag. Auch die Variante „ich komm nicht mehr zum Lesen“ ist oft zu hören. Unser Vorschlag: dann kommt eben das Lesen zu Euch. Für alle, die keine Zeit zum Selberlesen haben, übernehmen wir das und laden Euch ein am 16. November im Sauseschritt ins „11. Gebot“ zu kommen. Dort könnt Ihr, wie immer zeitlos günstig (weil kostenfrei), ab 21:00 Uhr hören, wie sich die Zeit literarisch ausgewirkt hat.

19.10.2003 Alle reden über das Wetter, wir lesen davon –Windhose und Windhosen

Schönes Wetter heute, nicht? – Ja, aber zu warm. – Dafür ist doch Sommer. – Nur immer Sonne ist schlecht für die Natur. –

Mir macht die Hitze nichts aus. – Die geht aber auf den Kreislauf. – Es soll ja auch wieder Regen geben. – Wird auch Zeit. – Zu viel Regen ist aber auch nicht gut. – Ich hab das Wetter nicht gemacht. – Wenn man’s ändern könnte, wär auch nicht gut. – Muss man eben nehmen, wie es kommt. – Vielleicht gibt’s ein Gewitter. – Kaum ist es mal schön, wird’s wieder schlecht. – Mein ja nur. – Gewitter wäre ganz schlecht. – Warum denn? – Kann man nichts mehr unternehmen. – Doch, geht. – Und was wäre das? – Ich geh zur Kneipenlesung. – Was machen die? – Die lesen was vor, diesmal sogar übers Wetter. – Nur über das Gute? – Auch über Wind, Regen und so. – Lesungen sind immer so steif. – Gar nicht, die machen auch Musik dazu. – Aber der Teuro! Was das wieder kostet! – Nichts, der Eintritt ist frei. – Wo gibt’s denn so was? – In der Gaststätte „Lenz“, am 19. Oktober um 21:00 Uhr.

3.10.2003 Unsere besten Seiten

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erlesenes zur Nacht“ der Stadt Paderborn
18:00 bis 19:00 Uhr Universitätsbibliothek Notebook-Cafe
20:00 bis 22:00 Uhr Das 11. Gebot
23:00 bis 1:00 Uhr Lenz

Das Kneipenlesungsteam zeigt sich in dieser erlesenen Nacht spendabel und liest gleich dreimal. Nach einem kleinen Auftakt in der Universitätsbibliothek ab 18:00 Uhr, starten wir unter dem Motto „Unsere besten Seiten“ im „11. Gebot“ ab 20:00 Uhr richtig durch. Hier erwartet unsere Hörer eine Lesung mit Musik und mit Bewährtem und Beliebtem aus den letzten Jahren Kneipenlesung. Weil wir davon so viel haben, ziehen wir uns ab 23:00 Uhr ins „Lenz“ zurück, wo wir bis zum Ende der vollen Geisterstunde unsere Hörer fesseln werden.

Leider müsst ihr, liebende Zuhörende, uns durch die ganze Stadt folgen, da wir überall etwas anderes lesen. Ob wir eine Fortsetzungsgeschichte lesen, wissen wir noch nicht. Fortsetzung folgt…

21.9.2003 Self-Made heißt Selbst-Gemacht

Hand-Made heißt Hand-Gemacht

„Das kann man doch auch ganz leicht selber machen!“ Mit diesem harmlosen Satz begann schon manche leidvolle Zeit für Freunde, Bekannte oder Familie. Dabei sind es nicht nur Männer, die sich besonders als Heimwerker hervortun, sondern immer mehr auch Frauen, die mit ihren Fähigkeiten als Handwerkerinnen glänzen.

Wir wir diesmal den Bogen vom Hausgemachten bis zum Retortenbaby spannen, darauf sind wir vom Kneipenlesungsteam selbst gespannt. Hoffentlich können wir Euch damit angenehm überraschen. Vielleicht ist bei dieser Lesung ja auch wieder ein selbst gemachter Text dabei.

Selbst-Gemacht heißt aber nicht, dass Ihr selbst lesen müsst. Das Vorlesen übernimmt das Kneipenlesungsteam, nur Zuhören müsst Ihr selber. Und weil wir alles selber machen, verlangen wir auch keinen Eintritt. Aber, wenn Ihr wieder dabei sein wollt, müsst Ihr schon selber kommen und zwar am Sonntag, 21. September, um 21:00 Uhr ins „11. Gebot“.

17.8.2003 Auslese

Nun reift der Wein zwar erst im Oktober, aber das soll uns nicht davon abhalten, jetzt schon darüber zu lesen. Die Weinlese bringt uns zur Auslese und zum Schluss zur Qualitätsprüfung. Da sind wir auch schon bei einem weiteren Thema, den Prüfungen. Diese begleiten uns ein Leben lang. Besonders die Schule prüft uns bis zu unserem Abgang, dafür kriegen wir ein Zeugnis, vielleicht sogar eins der Reife. Und mit der Reifung in der Pubertät hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht.

Das Leben im Allgemeinen prüft uns sowieso und wem das nicht reicht, der kann sich im Speziellen prüfen lassen. Für den Führerschein etwa oder für das bekannte Jodeldiplom, damit man(n)/frau was eigenes hat.

Das Lesungsteam hält keine Prüfungen ab, sondern liest zuerst Bücher aus und dann Euch was vor, damit Ihr auch was nachlesen könnt. Diese gelesenen und geprüften Texte werden, wie immer auserlesen kostenfrei, in der Gaststätte „Lenz“ vorgetragen, am Sonntag, dem 17.08. um 21:00 Uhr.

20.7.2003 Doppelte Vorlese
Lesen in Bodennähe
16:00 bis 17:00 Museum in der Kaiserpfalz

Was birgt die Erde, auf der wir uns tagtäglich bewegen? Was werden wir finden, wenn wir nur ein wenig an der Oberfläche kratzen? Eine neue Welt? Gold, Edelsteine, vielleicht sogar einen versteckten Schatz? Finden wir Spuren unserer eigenen Geschichte? Dinosaurierknochen, verlorengegangenes Spielzeug, Oma?

Eine Extralesung in der Kaiserpfalz, freigelegt und kostenlos am 20.07.03 um 16:00 Uhr in der Aula der Kaiserpfalz!

I feel God
21:00 bis 23:00 Gaststätte „Das 11. Gebot“

Die Luft ist erfüllt vom Stöhnen, die Kleidung schweißgetränkt. Frauen und Männer kämpfen gegen Maschinen. Ihr Ziel: der perfekte, durchtrainierte Körper.

Das können wir Euch leider nicht versprechen. Dafür fordern wir keine schwere Körperarbeit, sondern bieten Wellness durch Vorlesen. Allen, die glauben, Shiatsu wäre eine japanische Automarke, sei diese Lesung wärmstens empfohlen. Die anderen kommen einfach ohne Empfehlung. Zu hören gibt es wieder einen gesunden Mix aus Ernstem, Unbekanntem und etwas Lachmuskeltraining.

Wer fit genug ist, in die Kneipe zu kommen, der gelangt bei uns auch ins Ziel. Dort dürft Ihr Euch, sportlich und fair, weil kostenlos, von unserer Trainingsmannschaft verwöhnen lassen

Am 20. Juli verwandelt sich das „11. Gebot“ in ein literarisches Fitness-Studio. Trainingsbeginn ist 21.00 Uhr. Sportliche Kleidung nicht erforderlich!

15.6.2003 Juchee, wir fahr’n zur See!

Endlich Sommer, endlich warm, endlich Ferien! Lass doch alle, die unbedingt in die Berge fahren wollen, in die Berge fahren! Wir wissen viel besser, wo der Mensch sein Glück findet und wo er hingehört: an und auf die See!

Hier am Ufer beginnt die Sehnsucht, denn nur auf dem Meer gelangen wir um die ganze Welt. Deshalb wohl liegt ein so großer Reiz darin, die See zu befahren. Dazu gibt es kleine Gummiboote für den Erstkontakt bis hin zu Luxusschiffen für die große Überfahrt. Dass so eine Seefahrt lustig ist, wusste man schon früher. Aber dass eine Lesung mit maritimen Texten aller Art ebenso lustig sein kann, das wird das Kneipenlesungsteam unter Beweis stellen.

Unberührt von der Windstärke und vom Wellengang wird sich die Lesungsmannschaft alle Mühe geben, die Gäste auf dieser literarischen Kreuzfahrt zufrieden zu stellen. Ausgangshafen ist diesmal die Gaststätte „Lenz“, wo wir pünktlich um 21 Uhr ablegen. Leinen los!

18.5.2003 Erotik — ein gutes Buch kommt immer!

Viele Menschen denken bei dem Wort Orgasmus gleich an Sex. Das ist falsch. Oder denken Sie bei Reichtum gleich an Geld? Die sexuelle Revolution hat uns angeblich befreit, dennoch drücken sich viele Zeitgenossen verlegen an den Geschäften für „Ehehygiene“ vorbei, aber was ist eigentlich peinlich an Wasser und Seife? Nichts!

Gibt es einen Unterschied zwischen Sex und Erotik? Manche Menschen glauben, diesen an der Eindeutigkeit der Bilder dingfest machen zu können. Auf diese Eindeutigkeit in den Köpfen unserer Hörerinnen und Hörer haben wir als Kneipenlesungsteam natürlich keinen Einfluss. Dennoch wollen wir Euch mitnehmen auf eine kleine Reise durch das Land der Sinne und der Sinnlichkeit und Euch zum Hören und Lesen verführen. Allein seid Ihr uns ebenso willkommen wie zu zweit oder zu mehreren, denn wir sind eine Sünde wert! Und wenn Ihr nach 21 Uhr in der Kneipe sein dürft, gibt es auch mit dem Alter keine Probleme. Unwiderstehlich, weil kostenfrei, im 11. Gebot am 18. Mai 2003.

20.4.2003 Paderborn – Lesen an den Quellen

Paderborn? Ist das nicht die kleinste Großstadt Deutschlands, sogar mit einem Bahnanschluß und einer Uni . Die Stadt ist doch total schwarz, hat diesen riesigen Dom und alle Ampeln auf rotß

Ja, gibt’s denn da was zu lesen? Wir meinen: jede Menge! Das Westfälische Autorenlexikon geht bis 1950 und umfasst 4 Bände! Texte, die im Paderborner Land und Umgebung spielen gibt es ebenso wie solche, die dort entstanden. Lokale Literatur findet immer mehr Freunde. Die Leser freuen sich über jede Straßenecke, die sie wiedererkennen.

Auch das Kneipenlesungsteam freut sich über jeden Gast, den es wiedererkennt. Und natürlich auch über jeden neuen Gast, der zu uns kommt und unseren ausgesuchten Texten lauscht, mit denen wir zeigen wollen: Die Region muss sich nicht verstecken!

Genauso wenig verstecken braucht sich der immer noch sensationell kostenlose Eintritt zu dieser „Paderperle“, die am 20. April um 21 Uhr in der Gaststätte „Lenz“ dargeboten wird.

16.3.2003 Herrscher und Despoten

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, Herrscher und Despoten gab es zu allen Zeiten. Ihre Macht war groß und keiner von ihnen konnte der Versuchung widerstehen, der Zeit seinen Stempel aufzudrücken.

Aber auch im Kleinen und im Alltag finden sich diese Herrscher und Despoten. Sie treten schon im Sandkasten auf, vergällen uns den Schulbesuch, fordern uns am Arbeitsplatz heraus, sitzen in der Blechkiste, die uns überholt oder trüben Nachbarschaft und Familienleben.

Keinesfall die Absicht, irgendetwas zu trüben hat das Kneipenlesungsteam. Wir wollen das Thema vielmehr auf unsere bewährte Art von allen Seiten angehen und unseren Hörerinnen und Hörern zeigen, dass die Herrschaft des Wortes durchaus auch heiter sein kann. Das Ganze gibt es wieder für despotisch wenig Geld, also kostenlos. Herrschaftsgebiet ist diesmal das „11. Gebot“. Da geht es wie immer um 21 Uhr los.

16.2.2003 Harry, hol schon mal den Wagen!

Eine Leiche wird gefunden. Die Polizei gerufen. Alle sind irgendwie verdächtig. Der Kommissar stellt Fragen. „Herr Kommissar, sie glauben doch nicht, dass ich…“ Die üblichen Verdächtigen werden verhaftet. Doch am Schluss löst der Herr Kommissar das Rätsel. Der Gärtner ist eben nicht immer der Täter!

War es mit Krimis bisher ähnlich wie mit Schnell-Ess-Restaurants — keiner findet sie wirklich gut, aber alle gehen hin — so hat sich nun vieles geändert. Krimis sind Literatur geworden. Aus Lindgren-Land kommen die guten Krimis und Frauen morden sowieso besser. Zeit für eine Lesung mit und über Krimis.

Wenn Ihr ein stichhaltiges Alibi braucht, dann kommt zu unserer Lesung. Hier gibt es Kriminalgeschichten von heiter bis tödlich, aber keinesfalls langweilig. Mörderisch gut vorgetragen vom Team der Kneipenlesung. Unsere Tatwaffe: der stumpfe Gegenstand Buch. Und wie immer kriminell günstig, weil kostenlos.

Unser Tatort ist diesmal die Kneipe „Lenz“, Tatzeit: Sonntag, 16.02.03, 21:00 Uhr.

19.1.2003 Wie alles anfing

Aber wie fing eigentlich alles an? Mit dem Urknall? Mit dem Wort? Oder mit den Haaren im Waschbecken, die schon oft der Anfang vom Ende einer Beziehung waren? Zumindest beginnt für uns alle ein neues Jahr. Meist mit guten Vorsätzen, die aber manchmal genauso schnell gebrochen werden wie die Versprechungen von Politikern. Dabei wohnt allem Anfang etwas Besonderes inne. Die Kindheit ist ein solcher Anfang. Eine ganze Welt wartet nur darauf, von den Kindern entdeckt zu werden. Und im Entdecken sind sie ebenso Meister, wie im anfangen und liegen lassen.

Wer im neuen Jahr einen Anfang wagen will, kann dies gleich mit unserer Lesung tun. Wir lesen über Anfänge aller Art, im Kleinen wie im Großen.

Zum Beginn des neuen Jahres vorgebracht vom alten (?) Team (das schon gar nicht mehr weiß, wie alles anfing) — und mit Eintritt verlangen fangen wir sowieso erst gar nicht an — in der Gaststätte „11. Gebot“, 21:00 Uhr.